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 Bitcoin-Münzen

Kryptowährung für ein heißes Depot

Investieren in Bitcoins?

Stand: 08.06.2017, 13:56 Uhr

Beginn einer Blase oder Langzeitinvestment für Anleger? Die Hausse der "Cyber-Währung" Bitcoin weckt bei vielen privaten Investoren Begehrlichkeiten. Der Kauf und Handel von Bitcoins hat aber einige heikle Aspekte.

Vor wenigen Wochen noch bei 2.000 Dollar, erreichte der Bitcoin-Kurs Anfang dieser Woche fast die nächste Tausendermarke: bis auf 2.960 Dollar kletterte der Kurs - derzeit stabilisiert sich die Notierung bei 2.780 Dollar, der nächste Ausreißer nach oben kommt bestimmt, denken sich viele Anleger.

Kein üblicher Handelszugang für Anleger

Wer mit Bitcoins handeln will, muss derzeit noch Umwege in Kauf nehmen. Die Krypto-Währung ist weder ein Teil des regulären Devisenmarktes, noch ein "Commodity" also ein Rohstoff, der auf den üblichen Terminmärkten gehandelt wird. Der direkteste Weg zu den Bitcoins, die letztlich aus der Leistung von Computerberechnungen entstehen, führt über eine der gängigen Bitcoin-Marktplätze oder -Börsen.

Privater Handelsplatz...

Für den deutschen Markt ist die Plattform "Bitcoin.de" einer der Handelsplätze, über die die Einheiten ge- und verkauft werden können. Hier treffen sich - ganz klassisch - Angebot und Nachfrage zumeist privater Bitcoin-Händler. Der Preis schwankt mit den Transaktionen im Sekundentakt. Der Nutzer hat dabei Einblick in ein Orderbuch und sieht die Stückzahlen, die angeboten und nachgefragt werden. So sind auf der Kaufseite etwa ein Bitcoin zu 2.496 Euro zu sehen, während der günstigste Verkaufspreis bei 2.483 Euro liegt. Die Händler geben bei Transaktionen eine Bankverbindung an, auf die die Beträge in echten Euro überwiesen werden müssen. Die Plattform weist aus, ob die Gebote von "vollständig identifizierten Usern" kommen und vergibt außerdem "Trust-Levels", also Vertrauens-Niveaus, in die die Bewertungen der Handelspartner einfließen. Die gekauften Bitcoins werden hier einem Benutzerkonto gutgeschrieben. Für die Transaktion erhält Bitcoin.de eine Marktplatzgebühr zwischen 0,8 und 1,0 Prozent, die von beiden Handelspartnern getragen wird.

Durch eine Kooperation mit der Münchener Fidor Bank können Kunden der Bank Mittel auf ihrem Konto für den Handel mit Bitcoins über Bitcoin.de "reservieren". Die "Community-Bank" ist das erste Institut, das so indirekt einen Bitcoin-Handel für ihre Kunden anbietet.

... oder Bitcoin-"Börse"

Internationaler und auch in Dollar gerechnet werden Bitcoins auf Börsen wie Bitstamp gehandelt. Hier liegen Angebots- und Nachfragepreise deutlich enger beieinander. Für eine Transktionen muss ein Konto bei Bitstamp zunächst mit eigenen Geld gefüllt werden, ähnlich bei bei einem Wertpapier-Depot. Bitstamp erhebt eine Gebühr von 0,25 Prozent bei Orders mit einem Volumen von weniger als 18.000 Euro oder Dollar. Das Unternehmen ist in Luxemburg lizenziert und bezeichnet sich als erste europäische Bitcoin-Börse.

Bitcoin im CFD-Gewand

Während bei deutschen Banken und Direktbrokern ein Handel mit der Alternativ-Währung noch nicht möglich ist, haben eine Reihe von CFD-Brokern Bitcoins als Basiswert bereits entdeckt. Marktführer IG Markets etwa bietet den Handel mit Bitcoin-Kontrakten in mehreren Währungen an. Anleger kaufen hier aber nicht "echte" Bitcoins, sondern mit den "contracts for difference" nur eine "Vereinbarung" über einen Preis, den der CFD-Anbieter auch noch selbst stellt. CFDs werden üblicherweise auf "Margin" gehandelt, der Käufer benötigt also nur einen Bruchteil des Kaufpreises, der Handel ist also mit einem Hebel versehen, der auch ein deutlich gesteigertes Risiko bedeutet.

Bitcoin

Bitcoin. | Bildquelle: IG Markets

Bei IG liegt der Preis für den Dollar-Kontrakt ziemlich nahe am Börsenpreis. Der Käufer muss allerdings mit einem Spread von etwa 10 Dollar zwischen An- und Verkaufspreis leben, deutlich mehr als etwa bei CFDs auf Aktienindizes oder Währungen.

"Copy-Fund" bei eToro

Der Social-Trading-Anbieter eToro hatte Bitcoin-CFDs als einer der ersten im Angebot. Hier liegt der Spread mit derzeit 20 Dollar auf einem rekordverdächtig hohen Niveau. eToro bietet inzwischen sogar einen "Copy-Fund" auf Cyperwährungen an, in den nicht nur der Bitcoin-Preis, sondern auch der von "Ethereum" eingeht. Weitere Krypto-Währungen sollen demnächst aufgenommen werden.

Etoro Copyfund

Etoro Copyfund. | Bildquelle: Etoro

Kommt ein Bitcoin-ETF?

Einen echten Investmentfonds auf Bitcoin gibt es derzeit noch nicht. In den USA versuchen die Brüder Winklevoss, Investoren, bekannt durch ihre Auseinandersetzung mit Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, ein solches Vehikel zu gründen. Ein Bitcoin-ETF ist bislang an regulatorischen Hürden gescheitert.

Zertifikat als Alternative

Dafür hat die Zertifikate-Industrie längst geschaltet. Über ein Bitcoin-Zertifikat etwa der Bank Vontobel kann der Privatanleger auch außerhalb von Handelsplätzen und ohne Umweg über CFDs am Bitcoin-Boom teilnehmen. Mit dem Partizipations-Zertfikat auf Bitcoin (WKN VN5MJG) konnten Anleger seit der Auflage des Scheins im November satte 300 Prozent Gewinn einfahren. Neben einem satten Spread von 2,4 Prozent muss der Anleger dabei freilich noch die Transaktionskosten seines Brokers oder seiner Bank berücksichtigen.

AB

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