Geldanlage

Vaamo will Vermögensbildung leichter machen Indexfonds statt Sparschweine

Stand: 05.09.2014, 15:51 Uhr

Drei Gründer, eine Idee und Schützenhilfe von privaten Geldgebern: Das Frankfurter Start-up-Unternehmen Vaamo will die Geldanlage einfacher und transparenter machen. "Sparschwein war gestern", lautet die Botschaft.

Auf einer Männerhand steht ein Sparschwein mit nachdenklichem Gesichtsausdruck

Sparschwein nachdenklich. | Bildquelle: colourbox.de, Montage: boerse.ARD.de

Der Weg zum sinnvollen Vermögensaufbau dauert nur wenige Minuten – das zumindest verspricht das Internet-Tool von Vaamo. Schnell ein Sparziel definieren, einen Zielbetrag und eine Zielzeit definieren und dann noch auf der nächsten Seite sein eigenes Risiko auswählen: gering, mittel oder hoch. Und schon steht der Sparplan, mit einer aktuellen Sparrate und einer permanenten Überwachung des Anlageszenarios, das sich wiederum an der geschätzten und tatsächlichen Wertentwicklung der Fondsprodukte orientiert.

Einfach verständlich, schlank und kostengünstig, das sind die Leitlinien der Frankfurter Nachwuchsunternehmer, die von einem Hinterhaus im Frankfurter Gallusviertel aus die Glastürme der Banken und Fonds-Gesellschaften, keine zwei Kilometer entfernt, ins Visier nehmen.

vamoo-Screenshot mit Headline Sorgenfreier Ruhestand

vamoo-Screenshot. | Bildquelle: vamoo

Anlageoptionen bewusst eingeschränkt

"Ein wichtiger Grund dafür, dass viele Deutsche dem Finanzmarkt fernbleiben, liegt in der Komplexität vieler Produkte", so Yassin Hankir von Vaamo. "Wir haben den Prozess der Auswahl des richtigen Produkts bewusst ‚gedreht‘ und die Optionen drastisch eingeschränkt." Dass die Beschränkung durchaus nicht  mit einer schlechteren Wertentwicklung des Depots einhergeht, wollen Hankir und seine beiden Mitstreiter Thomas Bloch und Oliver Vins schon bald beweisen. Alle drei sind ehemalige Studenten des House of Finance an der Frankfurter Goethe-Universität und durch das dortige Netzwerk in der Unternehmensgründung unterstützt worden.

Nachdem Vaamo bislang nur Nutzer akzeptiert hat, die eine Einladung vorweisen konnten, soll die Plattform im Herbst für alle Interessenten zugänglich sein.

Indexfonds, richtig abgemischt

Die mit wenigen Klicks auf der Vaamo-Seite bestimmten Sparziele sollen mit einem Portfolio aus Fonds erreicht werden, die der Partner, der US-Anbieter Dimensional Fund Advisors, bereitstellt. Mit fünf Fonds, die sich an Aktien- und Rentenindizes orientieren, wird in mehr als 15.000 Aktien und Anleihen investiert.

Je nach Risikoneigung des Sparers liegt die Aktienquote bei 40, 60 oder 80 Prozent. Die breite Diversifikation innerhalb der beiden klassischen Anlageklassen soll das Risiko weit streuen und damit senken.

Sparraten an die Fondsbank

Für den Anleger soll es auch nach dem Aufsetzen seines Sparziels möglichst einfach bleiben. Die fälligen Sparbeiträge werden nach der Eröffnung eines Fondsdepots per Lastschrift eingezogen. Und auf der Vaamo-Plattform können sich die Nutzer permanent und in Echtzeit darüber informieren, wie das gesteckte Ziel des Vermögensaufbaus näher gerückt ist. Als Partner hat Vaamo dafür die FFB (FIL Fondsbank) gewonnen, seit 2009 eine Tochtergesellschaft der US-Fondsgröße Fidelity.

Hier werden die Transaktionen ausgeführt und die Fondsanteile auf einem Kundenkonto aufbewahrt. Vaamo kassiert für die Nutzung seiner Dienste zwischen 0,49 und 1,19 Prozent des Depotwertes pro Jahr.

Die Euro-Milliarde als Ziel

Marketing betreibt Vaamo derzeit noch wenig, gezielt wird aber die "Community" im Internet in Foren angesprochen, Hintergrund-Infos wie Blogeinträge oder Gastbeitrage zur richtigen Geldanlage sollen die Interessenten hin zur Plattform führen. "In die teure Werbeschlacht mit Banken und Versicherungen können wir uns ohnehin nicht werfen", so Hankir. Die geschäftlichen Ziele des jungen Unternehmens sind dennoch nicht bescheiden. Binnen fünf Jahren sollen 100.000 Kunden gewonnen werden, und ein Milliardenbetrag soll in den Fondsdepots arbeiten und Rendite erzeugen.

AB

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