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Frühindikatoren
Konjunkturflaute könnte den Dax bald einholen
Heiter bis wolkig: Der Ifo-Index fängt das wirtschaftliche Klima in Deutschland ein. Und es gibt offensichtliche Übereinstimmungen mit dem Dax. Nur im Moment seltsamerweise nicht - was nicht unbedingt für den Dax spricht.
Vergleichschart Ifo-Index [gelb] Dax [blau] 1996 bis 2012
Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist das wichtigste Stimmungsbarometer für die Wirtschaft und ein Frühindikator. Genau wie der Dax, findet Robert Rethfeld, Leiter des Börsendienstes Wellenreiter-Invest: "Denn die Aktienmärkte sind eine Wette auf Unternehmensgewinne. Und die sind natürlich auch konjunkturabhängig." Beide Indizes nehmen also die erwartete Geschäfts- und gewinnlage der Unternehmen vorweg.
Anzeichen für bevorstehende Rezession
Rethfeld kann bei den beiden Indizes ähnliche Wellenbewegungen erkennen, wie auch der Chart zeigt: Im Jahr 2000 bildete der Ifo-Geschäftsklimaindex ein Hoch, bald darauf folgte der Dax. 2007 war es umgekehrt. Mal prescht der eine Index nach vorn, mal der andere. Die Abweichungen seien aber nie groß, sagt Rethfeld. Zuletzt stieg das Stimmungsbarometer der Wirtschaft im vergangenen Februar auf ein Rekordhoch. Unter den Befragten herrschte Euphorie. Entsprechend reagierte der Dax. Drei Monate später erreichte er ein Fünf-Jahres-Hoch. Jetzt driften beide Indizes aber massiv auseinander.
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Denn die Stimmung in den deutschen Firmenetagen war zuletzt alles andere als rosig. Im August sank der Ifo-Geschäftsklimaindex zum vierten Mal in Folge, auf 102,3 Zähler, den niedrigsten Stand seit 2010. Die Euro-Schuldenkrise schlägt den Unternehmen aufs Gemüt. Schon drei Rückgänge hintereinander gelten als Wendepunkt im Konjunkturzyklus. Als Signal für eine bevorstehende Rezession. Und in Hinblick auf die kommenden sechs Monate zeigten sich die Manager bei der Ifo-Umfrage sogar noch pessimistischer.
Höhenflug des Dax bald zu Ende?
Die Börse ließ sich durch die schlechten Nachrichten aber nicht abschrecken. Im Gegenteil. Als der jüngste Ifo-Geschäftsklimaindex veröffentlicht wurde, musste der Leitindex zwar Einbußen hinnehmen, die er aber schnell wieder wettmachte. Befeuert durch immer neue Versprechungen der EZB und Hoffnungen auf die Fed, schwang er sich letzten Freitag zu einem Zwei-Jahres-Hoch bei 7.214,50 Zählern auf.
Dieser Höhenflug wird aber bald sein Ende haben, erwartet Wellenreiter-Analyst Rethfeld. Denn Notenbanken hätten noch nie eine Rezession aufhalten können, sagt er: "Der Dax sollte dem Ifo-Index bald nachfolgen und, falls sich die Konjunktur nicht noch einmal überraschend erholt, fallen." Und dazu wird es Rethfelds Ansicht nach spätestens 2013 kommen.
Stand: 11.09.2012, 14:16 Uhr