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New York Stock Exchange

Angst vor Überbewertung

Fondsmanager: Markt ist heißgelaufen

Stand: 22.03.2017, 13:16 Uhr

Zeit für eine deutliche Korrektur an den Aktienmärkten? Der Kursrutsch des gestrigen Abends stimmt jedenfalls mit der Ansicht vieler Investment-Profis überein, dass die Börsen erst einmal eine Pause von der Hausse gebrauchen können.

Die Umfrage der Investmentbank Merrill Lynch unter amerikanischen Fondsmanagern zeigt die Zwickmühle, in der sich die Experten derzeit befinden. So sehen 34 Prozent der Befragten den Aktienmarkt als überbewertet an, das ist in der 17-jährigen Geschichte der Umfrage ein Rekordwert. Gleichzeitig sind die Manager aber so hoch wie selten eben in diesem Aktienmarkt investiert. Laut der Umfrage liegt der Bestand an Aktien in den Portfolios der Fonds auf einem Zwei-Jahres-Hoch, Anleihen dagegen sind darin so niedrig gewichtet wie seit drei Jahren nicht.

USA in der Bewertungs-Blase?

Schauen die Profis auf den US-Aktienmarkt, wird ihnen offenbar noch deutlicher Angst und Bange: 81 Prozent der Befragten sehen die Vereinigten Staaten als die am meisten überbewertete Region an. Weniger kritisch sehen sie dagegen die Emerging Markets in der derzeitigen Situation an.

S&P 500: Kursverlauf am Börsenplatz S&P Indizes für den Zeitraum 1 Jahr
Kurs
2.384,20
Differenz relativ
-0,19%

Tatsächlich ist der marktbreite S&P 500 derzeit in Sachen Bewertungen ein wenig aus dem Ruder gelaufen. Auf Basis der Gewinnschätzungen der Unternehmen für die anstehenden zwölf Monate kommen die Aktien derzeit auf ein durchschnittliches Kurs-Gewinn-Verhältnis von 18,3. Das ist das höchste Niveau seit der Finanzkrise im Jahr 2009.

Der Kursrutsch des Dienstags könnte damit auch die Folge der Positionierung der Fondsmanager und ihres Blicks auf den US-Markt gewesen sein.

Risiken bleiben überschaubar

Andererseits steht der Aktienmarkt ingesamt aus Sicht der Profis gar nicht so schlecht da. Die überwiegende Mehrheit sieht in steigenden Anleihenrenditen derzeit noch keine Gefahr für die Börsen. Auch konjunkturelle Risiken in der US-Wirtschaft und auch auf globaler Ebene stellen danach kein allzu großes Risiko dar, das denken fast zwei Drittel der Portfolio-Manager. Nicht zuletzt sind auch die Befürchtungen gesunken, wonach ein Handelskrieg durch den neuen US-Präsidenten Donald Trump eingeleitet werden könnte.

Den US-Dollar halten 32 Prozent der Experten derzeit für überbewertet, keine Mehrheit, aber der höchste Umfragewert seit mehr als zehn Jahren.

Merrill Lynch hat für seine Umfrage zwischen dem 10. und 16. März 200 Fondsmanager befragt.

AB

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