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Anlagestrategie

Dr. Christoph Bruns, Vorstand der Loys AG

Christoph Bruns von Loys

Fondsmanager Bruns setzt auf Ölaktien

von Notker Blechner

Stand: 01.02.2016, 16:12 Uhr

Nicht nur das Öl, sondern auch die Ölaktien haben sich in den letzten Monaten drastisch verbilligt. Dennoch verfallen nicht alle Investoren in Panik. Der bekannte Fondsmanager Christoph Bruns von Loys hat massiv Ölaktien nachgekauft. Auch Luxustitel findet er attraktiv.

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Die aktuelle Öl-Panik an den Märkten kann Bruns, der zu Zeiten des Neuen Markts als Chef-Aktienfondsmanager bei Union Investment oft im Fernsehen auftrat, nicht verstehen. Das billige Öl wirke in Europa, insbesondere Deutschland, wie ein Konjunkturprogramm. Nur in Rohstoffländern und in den USA sei der Ölpreis eine Belastung. "Es gibt Massenentlassungen bei Konzernen und Zulieferern wie Chevron, Schlumberger & Co." Denn bei momentan 35 Dollar je Barrel rentiere sich die Produktion nicht.

Doch in fünf oder sechs Jahren, glaubt Bruns, werden die Ölpreise wieder deutlich höher liegen. Schließlich "bleibt Öl für die Mobilität unserer Gesellschaft von entscheidender Bedeutung".

Ölaktien als Schnäppchen

Deshalb investiert Bruns, der von Chicago aus für den Oldenburger Vermögensverwalter Loys globale Aktienfonds verwaltet, zunehmend in Ölaktien. "Ihr Anteil beträgt derzeit 15 Prozent des Portfolios", sagte der Fondsmanager gegenüber boerse.ARD.de. "So billig ließen sich die Papiere noch nie kaufen", meint Bruns mit einem verschmitzten Lächeln. Dabei setze er ausschließlich auf Qualitätstitel wie Shell und Chevron. "Die gibt's auch in zehn Jahren noch."

Von nordamerikanischen Fracking-Aktien lasse er dagegen die Finger. Hier drohe angesichts des jüngsten Ölpreis-Verfalls eine Pleitewelle.

"Auch Luxusaktien sind günstig"

Günstig findet Bruns auch zahlreiche Luxusaktien wie LVMH oder Tiffany. Diese seien zu Unrecht wegen des schwachen Weihnachtsgeschäfts und der Angst vor einer nachlassenden Nachfrage in Asien abgestraft worden. Ebenso sind Konsumaktien im Portfolio des Aktienfonds Loys Global übergewichtet. "Sparen ist sinnlos geworden", sagt Bruns. Da bleibe nur noch der Konsum oder eine sinnvolle Aktienanlage als Alternative.

Europäische Aktien hält er derzeit für interessanter als US-Titel. Die Dollar-Aufwertung und teilweise der niedrige Ölpreis schadeten der US-Wirtschaft. Hinzu komme eine Eintrübung der US-Konjunktur. Im Investitionsgüterbereich gibt es eine Rezession.

An einen nahenden Börsen-Crash glaubt der 48-jährige Fondsmanager nicht. "Die Crash-Prophetie hat immer Konjunktur wie eine stehen gebliebene Uhr. Sie ist zwei Mal am Tag richtig."

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