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Artemidorus will Caeser an den Iden des März die Warnung übergeben

Düstere Statistik

Drohen uns jetzt die Iden des März?

von Angela Göpfert

Stand: 21.03.2017, 11:57 Uhr

Die Woche nach der Verfallswoche ist statistisch eher schwach. An den Aktienmärkten weltweit poppen erste Warnzeichen auf. Anleger sollten diese besser ernst nehmen – und nicht den Julius Cäsar mimen.

"Hüte dich vor den Iden des März": Mit diesen Worten soll Julius Cäsar vor der Verschwörung gegen ihn gewarnt worden sein. Cäsar nahm die Warnung nicht Ernst.

Wie die Geschichte für ihn am 15. März des Jahres 44 vor Christus ausging, ist hinlänglich bekannt - und unter anderem bei William Shakespeare in mitreißender Dramatik nachzulesen.

Turnaround im März? Nicht das erste Mal!

Auch an der Börse steht die zweite März-Hälfte statistisch unter einem unguten Stern. Häufig nahmen Korrekturen in der Woche nach dem März-Verfallstag – dem ersten Großen Verfallstag des Jahres – ihren Lauf.

Fakt ist: Der Markt bildet im Umfeld von Großen Verfallstagen häufig wichtige vorläufige Hoch- oder Tiefpunkte aus, die dann für viele Monate bestimmend sind.

Denn viele professionelle Anleger schließen an diesen Tagen ihre Long- oder Short-Positionen. Damit tritt eine Bereinigung ein, die durchaus den Boden für einen längerfristigen Trendwechsel bilden kann.

Allzeithoch im Dax: So nah – und doch so fern

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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12.438,01
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Vor diesem Hintergrund ist der schlappe Wochenstart im Dax ein echtes Warnsignal. Der deutsche Leitindex ist damit aus seiner ansteigenden Keilformation nach unten herausgefallen. Ein rascher Lauf in Richtung Allzeithoch (12.391 Punkte) ist nun erst einmal vom Tisch.

Auf der Unterseite sollten Anleger jetzt die zentrale Unterstützungszone bei 11.854/11.914 Punkten im Auge behalten. Auf dieser Höhe verlaufen das markante Aufwärtsgap vom Monatsbeginn und das Januar-Hoch bei 11.893 Zählern.

S&P 500 kurzfristig unter Druck

S&P 500: Kursverlauf am Börsenplatz S&P Indizes für den Zeitraum Intraday
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2.384,20
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Ein Blick über den Atlantik in Richtung Wall Street macht ebenfalls wenig Hoffnung: Der S&P 500 hat vor kurzem bei 2.390 Punkten ein tieferes Hoch – unterhalb des Allzeithochs (2.401 Zähler) – ausgebildet. Damit befindet sich der Weltleitindex kurzfristig in einem Abwärtstrend.

Auch wenn der übergeordnete langfristige Aufwärtstrend noch intakt ist: Eine solche Konstellation hat durchaus die Möglichkeit, den Markt für eine Weile zu drehen.

Warnsignal von der Dow-Theorie

Aus Perspektive der Dow-Theorie macht auch die jüngste Schwäche der Transportwerte Sorgen: Der Dow Jones Transportation Index droht, unter die Marke von 9.000 Punkten zu fallen.

"Darunter klafft eine Lücke, die bis 8.000 Punkte herunterreicht", betont Marktexperte Robert Rethfeld von "Wellenreiter-Invest". "Würde die 9.000-Punkte-Marke fallen, könnte der Transport-Index schnell zusätzliche zehn Prozent verlieren. Für den Rest des Marktes wäre dies ein Negativzeichen."

Euro als Katalysator einer Korrektur?

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Jenseits der schwachen Markttechnik der amerikanischen und deutschen Aktienmarktindizes macht – gerade mit Blick auf den Dax – der wiedererstarkende Euro Sorgen.

Trotz politischer Unsicherheiten in Europa kann die europäische Gemeinschaftswährung am Dienstag bis auf 1,0804 Dollar zulegen. Die Parität rückt in immer weitere Ferne. Das ist eine herbe Belastung für die Exportwerte in Europa.

Niedrige Vola bietet auch Chancen

Trotz der negativen Saisonalität sowie der Warnsignale von Devisenmarkt und Charttechnik lassen die Anleger aber keine Angst erkennen. Der Volatilitätsindikator VDax-New ist erst am Montag auf ein frisches Zwei-Jahres-Tief gefallen. Ist das nur die Ruhe vor dem Sturm?

In jedem Falle bietet die niedrige Vola vorsichtigen Investoren eine gute Gelegenheit, sich günstig gegen Rückschläge abzusichern. Fällt der Markt, profitieren Inhaber von Put-Optionsscheinen gleich doppelt. Denn mit fallenden Kursen steigt in der Regel auch die (implizite) Volatilität – und damit der Wert des Optionsscheins.

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