Geldanlage

Manager mit vier Armen und Stift, Smartphone, Tablet und Teetasse

Mobil, schnell, vernetzt Die neuen Geld-Manager

Stand: 22.07.2016, 16:30 Uhr

Bankfiliale war gestern, Smartphone ist heute. Geld anlegen, überweisen, sparen, all das geht heute mobil und schneller und bequemer denn je, so das Credo vieler neuer Dienstleister aus dem "Fintech"-Bereich.

Ein Blick auf den Kontostand an der Bushaltestelle, eine Überweisung im Coffee Shop, N26 (bis vor kurzem "Number26"), macht's möglich. Das Berliner Startup-Unternehmen hat sich mit seiner "Handy-Bank" seit dem Start vor rund eineinhalb Jahren ganz aufs mobile Banking spezialisiert.

200.000 Kunden in Europa

N26-Screenshot

N26-Screenshot. | Bildquelle: Unternehmen

Mit eindeutigem Erfolg. Gründer Valentin Stalf begeisterte von seiner Idee der Bankfiliale in der Hosentasche nicht nur eine Reihe von Investoren wie den Venture-Capital-Geber Earlybird, sondern auch eine Menge Kundschaft und jede Menge Expansionsmöglichkeiten. Derzeit ist N26 nach eigenen Angaben in acht europäischen Ländern vertreten und hat 200.000 Kunden.

Wie bei den meisten vergleichbaren Anwendungen ist die Nutzung für Kunden zunächst kostenlos. Konto- oder Kreditkartengebühren, Geldautomaten-Gebühren oder gar ein Obulus für jede Überweisung - das ist "mega-out".

Eigene Banklizenz

N26, das mit der Wirecard Bank, Tochter des Internet-Zahlungsspezialisten Wirecard, als Partner kooperiert, hatte vor einigen Wochen schlechte Presse, weil es einigen Hundert Kunden die Konten ohne Vorwarnung schloss - sie hatten zu oft Buchungen vorgenommen. Die belasteten das Geschäft von N26, denn das Unternehmen muss die Kosten dieser Kontenbewegungen tragen, verdient dafür aber an Gebühren, die es von Händlern erhält.

Komplett auf eigenen Füßen steht das Fintech-Unternehmen seit dem gestrigen Donnerstag. N26 hat eine Vollbank-Lizenz der Bankenaufsicht BaFin erhalten und kann damit noch schneller internationaler expandieren.

Blitzüberweisungen per Smartphone

Geld per Smartphone an Freunde überweisen

Cringle. | Bildquelle: Unternehmen

Smartphone macht mobil, das gilt auch für die App von Cringle. Mit der Anwendungen können mit dem Smartphone blitzschnelle Überweisungen getätigt werden, etwa wenn die letzte Runde am feuchtfröhlichen Vorabend noch an einen Freund bezahlt werden muss; oder wenn dem Junior schnell ein paar Euro für seine neuen Sneakers überwiesen werden müssen.

Für Cringle benötigt der Nutzer noch nicht einmal ein neues Konto - bestehende Girokonten können in Minutenschnelle mit der App angedockt werden und los geht es mit den Geldtransfers in Sekundenschnelle. Die junge Firma, eine Ausgründung der TU Berlin, die Ende 2014 gegründet wurde, sitzt im Stadtteil Kreuzberg. Als Bankenpartner fungiert die Deutsche Kreditbank (DKB), ebenfalls aus Berlin. Mehr als 30.000 Mal wurde die App schon heruntergeladen.

Clevere Sparbewegung

Savedroid-Smartphone-Screenshot

Savedroid-Smartphone-Screenshot. | Bildquelle: Unternehmen

Geld ansparen, und das per Smartphone: Das bietet die Frankfurter FinTech-Schmiede Savedroid in wenigen Tagen an. Die Anwendung soll eine Art Fitness-Coach für die eigenen Sparanstrengungen sein. Wer etwas für eine Anschaffung oder eine Reise zurücklegen will, schafft einen "Smoove", was für "smart saving move" steht, und schafft definiert damit eine Sparregel. Der Spar-Droide macht dann den Rest: Ein genau bestimmter Betrag wandert dann vom Girokonto aufs Sparkonto, die App informiert den Nutzer über den geglückten Sparerfolg.

Gründer Yassin Hankir will mit Savedroid vor allem die jungen Nutzer ansprechen, die sich einerseits nicht sonderlich für das Thema Geld interessieren und am besten über eine spielerische Form des Sparens begeistert werden wollen (s. unser Interview).

Zinspiloten navigieren lassen

Nicht nur per Smartphone bedienbar, aber gleichfalls stramm am Kunden und seinen Bedürfnissen orientiert sind auch mehrere junge Anbieter von Zinsplattformen. Beim "Zinspiloten" etwa, eine Marke des Start-ups Deposit Solutions, können Tages- oder Festgelder verschiedener Anbieter in einem einzigen Konto genutzt werden. Zins-Hopping, wie es viele Sparer angesichts der Dauerniedrigzinsen betreiben, ist damit nicht mehr nötig.

Screenshot der Zinspilot-Website

Screenshot der Zinspilot-Website. | Bildquelle: Unternehmen

Screenshot der Zinspilot-Website

Screenshot der Zinspilot-Website. | Bildquelle: Unternehmen

Die Banken, deren Zinsangebote genutzt werden können, schaut sich Zinspilot genau wie die Konkurrenten Savedo oder Weltsparen genauer an. Die Plattformen weisen die Herkunft der Banken ebenso wie das Rating der Länder aus, aus denen sie kommen. Mehr Zins bedeutet auch in der Welt der Mini-Zinsen mehr Risiko. Wer derzeit also deutlich mehr als ein Prozent Zinsen erzielen will, der landet derzeit bei der FIM Bank aus Malta oder der portugiesischen Atlantico. Mit den neuen Zinsplattformen kann er die Zinsangebote aber von einem einzigen Konto aus nutzen.

AB

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