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Ausblick 2016

Dax in einem Jahr bei 11.700

Deutsche Bank: Aktien haben noch Potenzial

Stand: 25.11.2015, 14:26 Uhr

Nach sieben Jahren Bullenmarkt ist noch immer nicht Schluss. Die Experten der Deutschen Bank erwarten kommendes Jahr weitere Kurssteigerungen an den Aktienmärkten. Allerdings müssen sich Anleger auf erhebliche Schwankungen einstellen - und die Notenbanken müssen mitspielen.

Wenn etwa US-Notenbank-Chefin Janet Yellen – wie im vergangenen September geschehen – nach Monaten der Zinsanhebungs-Rhetorik plötzlich wieder Zweifel an einem zeitnahen Zinsschritt aufkommen lasse, werde das zu großer Verunsicherung an den Märkten - also Kurseinbrüchen - führen, prophezeit Ulrich Stephan, Chief Investment Officer im Privat- und Firmenkundengeschäft der Deutschen Bank.

Aktuell rechnet die Deutsche Bank mit einer ersten Leitzinsanhebung der Fed am 16. Dezember 2015 – gefolgt von ein bis zwei weiteren Schritten im Jahr 2016. Dagegen dürfte die Europäische Zentralbank auf ihrer Sitzung am 3. Dezember eine Senkung des Einlagezinssatzes für Banken und etwas später eine Ausweitung ihres Anleiheankaufprogramms bis zum März 2017 beschließen.

Prognosen 2016

Prognosen 2016. | Bildquelle: Deutsche Bank, Global CIO PBC

Euro auf Parität zum Dollar

Unter diesen Voraussetzungen habe der Dax gute Chancen auf weitere Kurssteigerungen, wenn die auch kleiner ausfallen dürften als in den letzten Jahren. Stephan hält einen Anstieg des deutschen Leitindizes auf 11.700 Punkte für möglich, das wären 600 Punkte oder rund fünf Prozent mehr als heute. Gestützt werde der deutsche Leitindex dabei von der weiteren Abwertung des Euro. Die Gemeinschaftswährung dürfte aufgrund der divergierenden Geldpolitik in der Eurozone und in den USA rasch auf Parität zum Dollar fallen, im weiteren Verlauf gar sein historisches Tief bei 0,85 US-Cent testen. Auch eine mögliche Konjunkturerholung in China und eine sich dadurch aufhellende Stimmung für die Exportwerte werde den deutschen Aktien nutzen.

Anleger sollten sich jedoch, ähnlich wie in diesem Jahr, auf sehr hohe Schwankungen einstellen. Dabei erwartet Stephan, dass sich die Kurse in den ersten drei bis vier Monaten des kommenden Jahres besser entwickeln als im späteren Verlauf.

Auf Dividendenrenditen achten

"Insgesamt sehe ich den Dax im kommenden Jahr chancenreich“, sagte Stephan. "Zumal der Gegenwind für den Automobilsektor im Jahresverlauf 2016 weiter abnehmen könnte." Weil die Kurs-Gewinn-Verhältnisse bei vielen Werten schon recht hoch seien und eine weitere Ausweitung nicht zu erwarten sei, sollten Anleger umso mehr auf Dividendenrenditen achten. Ganz wichtig bleibe natürlich weiterhin, "nicht alle Eier in einen Korb zu legen" und auf ein diversifiziertes Portfolio zu achten. Dabei sollten Investoren Anlagen in der EU, den USA und Japan favorisieren, Schwellenländer - allen voran Brasilien und Russland - eher untergewichten.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 2 Jahre
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Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum 1 Jahr
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1,0673
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Bei den Branchen und Unternehmen gelte es diejenigen zu identifizieren, die ihre Umsätze und Margen gegen den allgemeinen Trend weiter steigern können. Dafür kämen zunächst Zykliker aus den Sektoren Finanzen und Technologie in Frage. Und aus dem Konsumbereich Unternehmen, die den zyklischen und nicht den Basiskonsum bedienen: Das trifft zum Beispiel auf die Sektoren Automobile oder Medien zu. Im weiteren Jahresverlauf dürften dann auch defensivere Werte, etwa aus den Bereichen Gesundheit und Basiskonsum, also Hersteller von Produkten des täglichen Bedarfs, in den Fokus rücken.

Wer mit seinen Anlagen eine Rendite erzielen möchte, kommt ohnehin an Aktien nicht vorbei. Prognosen zur Entwicklung des Ölpreises seien mit großen Unsicherheiten behaftet, so Stephan. Die Tiefststände dürften aber erreicht sein. Angebot und Nachfrage sollten sich jedoch erst gegen Ende des Jahres 2016 annähern und die Preise entsprechend anziehen. Ebenso unsicher gestalten sich derzeit Prognosen zum Gold: Zwar könnten einige Notenbanken vor allem in den Schwellenländern ihre Bestände ausbauen, für Gegenwind dürften jedoch anziehende Zinsen in den USA und ein erstarkender Dollar sorgen. Stephan sieht Gold im Jahr 2016 seitwärts tendieren oder sogar fallen.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum 1 Jahr
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Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum 1 Jahr
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Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum 1 Jahr
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Flüchtlinge beflügeln Wachstum

Als wichtige Stütze der Aktienmärkte gilt das sich leicht verbessernde Wirtschaftswachstum. Für Deutschland prognostiziert der Bank-Ökonom Stefan Schneider ein Wirtschaftswachstum von 1,9 Prozent, nach voraussichtlich 1,7 Prozent in diesem Jahr. Dazu werde nach Ansicht von Schneider auch der Flüchtlingsstrom beitragen, der das BIP-Wachstum um 0,25 Prozent erhöhe.

lg

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