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Geldanlage

Tischrechner, Euromünzen, Chartgrafiken und zwei Würfel mit Buy bzw. Sell-Schriftzug

Muss das wirklich sein?

Jetzt alles verkaufen!?

von Angela Göpfert

Stand: 16.02.2016, 13:52 Uhr

Aufwärtstage sind eine Gelegenheit. Eine Gelegenheit, Aktien zu verkaufen. Das rät zumindest die US-Investmentbank JPMorgan ihren Kunden.

Die Analysten von JPMorgan sind sich sicher: Dieser Markt ist überverkauft und reif für einen Rebound. Es dürfte schon bald zu einer Aufwärtsbewegung kommen, die potenziell größer und nachhaltiger einzuschätzen sei, als der sechs- bis achtprozentige Aufwärtsimpuls von Ende Januar, so das Aktienstrategen-Team unter der Leitung von Mislav Matejka.

Zur Begründung verweisen sie auch auf die jüngste Sentiment-Analyse der American Association of Individual Investors (AAII). Demnach ist der Bären-Anteil so extrem hoch, dass er getrost als Kontraindikator für den Aktienmarkt interpretiert werden kann.

Das war noch nicht alles!

"Endlich ist das Schlimmste vorbei! Zeit, noch rasch ein paar Aktien zu kaufen, um bei der folgenden Rally auch nichts zu verpassen!" Wer so denkt, dürfte laut den Experten von JPMorgan aber einen großen Fehler machen.

Ihrer Meinung nach stellt ein möglicher Rebound nämlich eine fantastische Gelegenheit dar, um bestehende Aktienpakete abzuladen. Nicht um Aktien zu kaufen.

Man bleibe nämlich mit Blick auf Aktien weiterhin sehr vorsichtig gestimmt und rechne mit weiteren Schwächeanfällen in der zweiten Hälfte des Jahres, so JPMorgan.

JPMorgan-Gebäude in New York

JPMorgan-Analysten sehen schwarz. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Ist das Schlimmste bald vorbei?

Sollte es so kommen, wäre dies allerdings ein klarer Widerspruch zum US-Präsidentschaftszyklus. Demnach befinden wir uns aktuell in einem "Lame Duck"-Wahljahr, denn der amtierende Präsident steht nicht zur Wiederwahl.

Dow Jones Index in Lame-Duck-Wahljahren

Das Tief scheint nahe - zumindest aus historischer Perspektive . | Bildquelle: Wellenreiter-Invest, Grafik: boerse.ARD.de

Bislang hat sich der Dow hervorragend an den typischen Kursverlauf eines Lame-Duck-Wahljahres gehalten: Demzufolge bildet sich ein erstes vorläufiges Tief zu Beginn des letzten Januar-Drittels aus.

Doch schon Anfang Februar startet die nächste Verkaufswelle, Ende Februar/Anfang März wird das Jahrestief markiert. Gemäß dem US-Präsidentschaftszyklus dürften wir also das Schlimmste schon bald hinter uns haben. Und die Charttechnik verrät, auf welche "Beton-Unterstützungen" die Anleger dabei hoffen dürfen.

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