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Aktionärsstruktur

Vor einem Dax-Schriftzug sind Hände und Daumen in positiver Gestik zu sehen

Studie von Ernst & Young

Dax: Ausländer kaufen weiter zu

Stand: 21.04.2015, 14:26 Uhr

Während die meisten Deutschen nach wie vor den Kauf von Aktien scheuen wie der Teufel das Weihwasser, greifen Ausländer beherzt zu. Ihr Anteil an den im Dax notierten Konzernen wächst von Jahr zu Jahr.

Mindestens 56 Prozent der Anteile der 30 im Leitindex notierten Firmen liegen inzwischen in ausländischer Hand. Das geht aus der jüngsten Studie der Unternehmensberatung EY (Ernst & Young) hervor. Damit hat sich das Gewicht weiter zugunsten der ausländischen Investoren verschoben.

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Im vergangenen Jahr waren es noch 54 Prozent, wie EY am Dienstag erklärte. Deutsche Anleger sind mit 36 (2013: 37) Prozent in der Minderheit, der Rest lässt sich nicht zuordnen. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren waren noch 47 Prozent der 23 vergleichbaren Dax-Unternehmen in inländischem Besitz, damals lagen nur 45 Prozent in ausländischer Hand. Übrigens lag 1997 der Anteil ausländischer Investoren an den Dax-Konzernen bei gerade einmal zehn Prozent.

Trend dürfte sich fortsetzen

Tatsächlich ist das Interesse ausländischer Investoren an deutschen Top-Unternehmen in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. "Trotz der schwachen Konjunkturentwicklung in Europa und trotz der schwelenden Schuldenkrise in der Eurozone," erklärt EY-Experte Martin Steinbach.

Steinbach glaubt, dass der Trend sich in diesem Jahr fortsetzen wird. "Das anhaltend starke Engagement ausländischer Investoren beweist, wie sehr die deutschen Konzerne auf dem Weltmarkt geschätzt werden", sagte er. Vor allem angelsächsische Anleger dürften ihre Anteile an deutschen Großkonzernen erhöhen. "Der schwache Euro macht Investitionen in deutsche Blue Chips für US- und britische Investoren besonders interessant."

Auf- und Abstocker

Bei 18 Dax-Unternehmen stockten ausländische Anleger 2014 auf. Bei anderen Werten stiegen sie aus. So stieg ihr Anteil beim Chip-Hersteller Infineon um 18 Prozentpunkte, beim Stahlkonzern ThyssenKrupp um 14 Prozentpunkte. Dagegen ging er bei der Münchener Rück um acht Prozentpunkte zurück, bei Fresenius Medical Care (FMC) und der Deutschen Bank um jeweils sieben Prozentpunkte. Den größten Anteil ausländischer Investoren hat weiterhin die Deutsche Börse (85 Prozent), die ja seit Jahren von sich selbst behauptet, weder eine Börse, noch deutsch zu sein.

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Doch auch der Industriegasehersteller Linde ist zu 82 Prozent in ausländischer Hand, einer der größten Anteilseigner ist übrigens mit 6,7 Prozent der norwegische Staatsfonds. Infineon und Lanxess gehören zu jeweils 75 Prozent ausländischen Investoren. Auch Bayer ist zu 73 Prozent in ausländischer Hand.

Familienkonzerne mehrheitich deutsch

Zu den Konzernen, die noch mehrheitlich in deutschem Besitz sind, gehören die Unternehmen mit starkem Familienbesitz wie Volkswagen (46 Prozent), Continental (54 Prozent), BMW (47 Prozent), Henkel (39 Prozent) sowie die Lufthansa mit 66 Prozent inländischen Anlegern.

Fast zwei Drittel des Dax liegen der EY-Analyse zufolge bei institutionellen Investoren wie Banken, Versicherern und Fonds, 13 Prozent bei reichen Familien oder anderen Unternehmen. In privater Hand sind im Schnitt gerade einmal 13 Prozent.

lg

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Wie ausländisch oder deutsch ist der Dax?

Von Deutsche Börse bis Lufthansa

Deutsche Börse: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Deutsche Börse

Den höchsten Anteil ausländischer Anteilseigner hat wie bereits in den Vorjahren der Frankfurter Börsenbetreiber mit inzwischen 85 Prozent. Allerdings ist der Anteil im Vergleich zu den Vorjahren leicht gesunken. Ende 2013 war die Börse noch zu 90 Prozent in ausländischer Hand. Die Deutsche Börse behauptet bereits seit Jahren, weder eine Börse noch deutsch zu sein.

Deutsche Börse: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

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