1/7

Das sagen Experten Dax bricht ein

Jochen Stanzl, CMC Markets

Jochen Stanzl

"An der Wall Street kam es gestern zu einer abrupten Kehrtwende. Schuld daran waren die Energie-Aktien. Sie reagierten negativ auf einen erneuten Anstieg der kommerziellen Rohöl-Lagerbestände. Der Markt verlor damit das Zugpferd, das die Erholung der vergangenen Tage ermöglichte. Der Preis für Brent-Öl fiel unter 30 Dollar. Dieser Verfall lässt die Frage aufkommen, welche Inflation die US-Notenbank mit den in diesem Jahr noch geplanten Zinsanhebungen bekämpfen will. Das dauerhaft tiefe Wachstum könnte auch die Frage laut werden lassen, ob die EZB noch in der Lage ist, das Ziel von zwei Prozent bei der Inflation zu erreichen."

Das sagen Experten Dax bricht ein

Jochen Stanzl, CMC Markets

Jochen Stanzl

"An der Wall Street kam es gestern zu einer abrupten Kehrtwende. Schuld daran waren die Energie-Aktien. Sie reagierten negativ auf einen erneuten Anstieg der kommerziellen Rohöl-Lagerbestände. Der Markt verlor damit das Zugpferd, das die Erholung der vergangenen Tage ermöglichte. Der Preis für Brent-Öl fiel unter 30 Dollar. Dieser Verfall lässt die Frage aufkommen, welche Inflation die US-Notenbank mit den in diesem Jahr noch geplanten Zinsanhebungen bekämpfen will. Das dauerhaft tiefe Wachstum könnte auch die Frage laut werden lassen, ob die EZB noch in der Lage ist, das Ziel von zwei Prozent bei der Inflation zu erreichen."

Jens Klatt

Jens Klatt

"Der Dax hat in diesem Jahr bereits 1.000 Punkte verloren - und ein Ende ist nicht in Sicht. EinemTest des 2015er Jahrestiefs um 9.300 Punkte steht kaum etwas im Wege."

Dirk Gojny, Essener National-Bank

Das Beige Book der Fed signalisiere zwar ein Wachstum der weltgrößten Volkswirtschaft, betont Dirk Gojny von der Essener National-Bank. "Getragen wird dieser jedoch weiterhin nur von der Binnenwirtschaft. Die Industrie kommt einfach nicht in Gang." Diese trüben Aussichten drückten gemeinsam mit der anhaltenden weltweiten Überproduktion den Preis für Brent. Dies wiederum drücke auf die Kurse der Ölfirmen und damit auf den gesamten Aktienmarkt.

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday

Dax

Für erneute geldpolitische Schritte zu Jahresbeginn gebe es momentan keine zwingenden Gründe, erklärten hochrangige Währungshüter der Nachrichtenagentur Reuters. "Das ist eine kalte Dusche", sagte Marco Vailati, Chef-Analyst der italienischen Bank Cassa Lombarda. Die EZB hatte ihr Anleihekaufprogramm erst im Dezember verlängert, um die drohende Deflation, eine Spirale fallender Preise und rückläufiger Investitionen, abzuwenden.

Didier Saint-Georges, Mitglied des Investment Committee und geschäftsführender Direktor bei Carmignac

Didier Saint Georges, Carmignac

"In diesem Jahr treffen die Aktienmärkte erstmals seit Jahren auf die wirtschaftliche Realität. Und die sieht nicht überwältigend gut aus. Sorgen bereitet uns besonders der zunehmende Mangel an Flexibilität und Widerstandsfähigkeit vieler Volkswirtschaften. Diese Anfälligkeit basiert auf der immer noch hohen Verschuldung der Staaten, Unternehmen und Privatpersonen. Das lässt auch Aktienanleger vorsichtig werden."

Dirk Müller

Dirk Müller

"Aus meiner Sicht läuft alles auf eine katastrophale Entwicklung in China hinaus. Die Frage ist aber nicht, ob das Kartenhaus zusammenfällt, sondern wann der große Knall kommt." Deshalb könnte das Börsenjahr 2016 "dramatisch" werden.

Stephen Koukoulas

Stephen Koukoulas

Doch es gibt auch optimistische Stimmen. Stephen Koulkoulas, der frühere Chefvolkswirt der Citibank in Sydney, hält die katastrophalen Aussichten der RBS ( Mehr zum Thema: Royal Bank of Scotland: "Verkaufen Sie alles") für Unsinn. Sicher seien die Aktienmärkte und Ölpreise seit Jahresbeginn heftig unter Druck geraten, doch könne die derzeitige Lage mitnichten mit der vor dem Ausbruch der Finanzkrise verglichen werden, wie die RBS das tue. Niemand könne nur knapp zwei Wochen nach Jahresbeginn prophezeien, wie das Börsenjahr enden werde. Er wettet deshalb 10.000 australische Dollar, dass das Krisenszenario der RBS nicht eintreten wird.

Darstellung: