Eine Roboterhand legt eine Münze auf einen Geldstapel auf einer Notebook-Tastatur, auf dem Bildschirm ein steigender Chart

Automatisierte Geldanlage Comdirect startet Robo-Advisor

Stand: 18.05.2017, 15:22 Uhr

Im Geschäft mit der Online-Vermögensverwaltung möchte die Commerzbank-Tochter jetzt auch mitmischen. Unter der Marke Cominvest sollen Kunden eine für sie maßgeschneiderte Anlagelösung erhalten.

Wenige Tage nach der ersten Pleite eines Robo-Advisors, der Berliner Cashboard, hat die Comdirect nun ihr Angebot für die automatisierte Vermögensverwaltung gestartet. Unter der Marke Cominvest, ehemals Titel der Commerzbank-Vermögensverwaltung, können Kunden nun ihr Vermögen bei der Direktbank anlegen und verwalten lassen beziehungsweise selbst verwalten.

Ermittlung des Anlageprofils

Dazu nutzt Cominvest sowohl aktiv gemanagte Fondsprodukte als auch Indexfonds (ETFs) und börsengehandelte Rohstoff-Produkte (ETCs). Wie das Vermögen auf verschiedene Regionen oder Asset-Klassen aufgeteilt wird, hängt vom Anlagehorizont, der Risikobereitschaft und nicht zuletzt von den persönlichen finanziellen Verhältnissen und der Börsenerfahrung der Nutzer ab.

Wie es um diese "Asset Allocation" bestellt ist, ermittelt der Kunde über einen Online-Fragebogen. Hier wird er im Chance-Risiko-Verhältnis als "sicherheitsorientiert", "ausgewogen" oder "gewinnorientiert" eingestuft. Danach kann er eines von mehreren vorgeschlagenen Anlage-Modellen auswählen. Diese sind reichen von "Ertrag" (eher defensiv) bis "Chance" (offensiv mit höherem Aktienanteil).

Eine entsprechende Aufteilung der Anlage in verschiedene Aktienbereich, Anleihen oder auch Edelmetalle wird in Sekundenschnelle - als Vorschlag - erstellt.

Von "Wir für Sie" bis "Sie für sich"

Auch wie sehr der Kunde ein solches Portfolio von managen lässt oder dies im Eigenbau selbst erstellt, bleibt ihm überlassen. Die Comdirect hat drei Varianten für das Zusammenwirken mit dem Anleger parat, die ebenfalls nüchtern umschrieben sind: Die Version mit dem Titel "Sie für sich" bedeutet, dass der Anlagevorschlag vom Kunden selbst umgesetzt wird, eine Überwachung und Umschichtung durch Cominvest findet hier nicht statt, es fallen aber auch keine zusätzlichen Kosten an.

In den beiden Varianten "Wir gemeinsam" und "Wir für Sie" greift der "Roboter" durchaus ein, um das Portfolio während der Laufzeit zu "optimieren". Laut Comdirect wird dabei ein Algorithmus, der auf der Marktsituationen und Volatilitäten in den einzelnen Anlageklassen reagieren kann. Bei "Wir gemeinsam" erhält der Kunde einen Vorschlag zur Anpassung seines Portfolios, bei "Wir für Sie" schlüpft Cominvest vollends in die Rolle des Vermögensverwalters und nimmt die Anpassungen, also Käufe und Verkäufe, eigenständig vor. Die Kosten dafür liegen bei 1,2 bis 1,5 Prozent des angelegten Kapitals pro Jahr, enthalten sind darin alle Transaktionskosten oder Ausgabeaufschläge.

Laut Comdirect-Chef Arno Walter soll Cominvest eine "professionelle Vermögensverwaltung" auch für "geringe Beträge" möglich machen. Die Startsumme liegt bei 3.000 Euro.

Konkurrenz ist schon da

In den kommenden Monaten wird sich nun zeigen müssen, ob es der Comdirect gelingt, im wachsenden Markt der Robo-Advisors Marktanteile zu gewinnen. Mit ihre breiten Kundenbasis hat das Unternehmen gegenüber Start-ups wie Scalable Capital oder Whitebox einen klaren Vorteil. Diese können allerdings inzwischen mit nachgewiesenen Performance-Erfolgen für ihre Anlageportfolios punkten, zudem sind viele der am Markt angebotenen "Robos" kostengünstiger als der Neuling Cominvest.

AB

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Schnell und einfach zum Spar- oder Anlageziel, das verspricht Vaamo aus Frankfurt, das 2014 an den Start gegangen ist. Über eine kurze Befragung werden Anlageziele und -horizonte abgefragt. Bei der Anlage werden Indexfonds von iShares, der UBS, von HSBC und des US-Anbieters Dimensional eingesetzt, die Fondsanteile lagern bei der Frankfurter Fondsbank. Die Management-Gebühr liegt je nach Anlagesumme bei 0,49 bis 0,79 Prozent, dazu kommen Fondskosten von durchschnittlich 0,3 Prozent und Transaktionskosten von circa 0,15 Prozent jährlich. Die Fondsanteile werden von der FIL Fondsbank verwaltet.

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