Gefüllter, geöffneter Tresor mit Münzstapeln davor

Immer mehr Scheine Wohin verschwindet das viele Bargeld?

Stand: 24.07.2017, 14:23 Uhr

Obwohl immer mehr Menschen bargeldlos bezahlen, wird von der Bundesbank immer mehr Bargeld ausgegeben. Wie passt das zusammen?

Die Entwicklung

Deutsche Bundesbank

Deutsche Bundesbank. | Bildquelle: Deutsche Bundesbank

Wie Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele dem "Tagesspiegel" (Montagsausgabe) mitteilte, wächst der Bargeldbestand in Euro kräftig. Während Anfang 2002 noch 220 Milliarden Euro in Umlauf gebracht wurden, waren es Ende 2004 bereits 500 Milliarden. Ende 2014 wurden .1000 Milliarden Euro erreicht und Ende 2016 1.130 Milliarden Euro. Laut Thiele konnte man in den vergangenen Jahren ein Bargeldwachstum in Höhe von sechs Prozent feststellen. Und das, obwohl immer mehr Menschen bargeldlos bezahlen.

Rund die Hälfte verschwindet aus der Eurozone

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Milliarden an Zinsen gespart

Der Euro wird zunehmend als Wertaufbewahrungsmittel genutzt und gilt inzwischen als zweitgrößte Reservewährung der Welt. Nur zehn Prozent des von der Bundesbank ausgegebenen Bargeldes wird zur Bezahlung genutzt. In Deutschland werden 20 Prozent, in der restlichen Eurozone weitere 20 Prozent gehortet. Rund die Hälfte des ausgegebenen Geldes werde jenseits der Eurozone aufbewahrt.

"In Regionen mit weicher Währung und hoher Inflation wie etwa in Osteuropa weichen die Leute gern auf die stabile Währung Euro als Wertaufbewahrungsmittel aus", sagte Thiele. Der Euro komme so immer näher an die insgesamt 1.460 Milliarden herausgegebenen US-Dollar heran.

Rotes Prozentzeichen mit Minzsvorzeichen

Negativzinsen. | Bildquelle: colourbox.de

Um den Strafzins der Europäischen Zentralbank zu umgehen, horten auch immer mehr deutsche Banken Bargeld in ihren Tresoren. So wurden in den letzten zwei Jahren zehn Milliarden Euro zusätzlich eingelagert. Dadurch werden die seit Sommer 2014 eingeführten Strafzinsen der EZB und seit Frühjahr 2016 geltenden 0,4 Prozent gemieden.

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