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Invest Messe Stuttgart

Invest 2014

Auf der Suche nach Rendite

von Andreas Braun

Die Anlegermesse in Stuttgart hatte in diesem Jahr Zulauf wie noch nie. Private Investoren suchen zwischen Krim-Krise, Zinstief und Goldpreisrutsch nach Orientierung im Finanzmarkt. Die Leistungsschau der Finanzindustrie bot ihnen eine schier unüberblickbare Vielfalt an Möglichkeiten.

Bewegung ist das oberste Gesetz beim Erfolg in den Finanzmärkten, das suggeriert die Invest dem Besucher auch im 15. Jahr ihres Bestehens anschaulich. Zuckende Kurscharts, die "Live-Trader" blitzschnell zu einem gewinnträchtigen Trade nutzen, flackern über die Bühnen und Stände vieler Anbieter, etwa aus dem Zertifikate- oder CFD-Bereich.

Am Stand der Schweizer Großbank UBS kann der Anleger sich direkt in die Attrappe eines Formel-1-Boliden setzen und eine Runde drehen, um "auf Touren" zu kommen. Bei Deka Investments, einem Ableger des Sparkassen-Systems, wird mit kleinen Boule-Kugel auf silberne Bullen und Bären geworfen, um dem Börsenglück ein wenig auf die Sprünge zu helfen.

Eröffnung der Invest 2014 in Stuttgart

Eröffnung der Invest 2014 in Stuttgart

Morgens rein, abends raus

Anhand von drei Kurs-Kerzen erläutert Heiko Weyand von HSBC Trinkaus, wie und wann man einen Kauf einer Aktie oder eines Index' morgens zum Eröffnungskurs bewerkstelligt und dann, wenn die Börsen schließen, zum "Close" wieder schließt – idealerweise mit Gewinn natürlich. "Achten Sie auf Ihr Gewinn-Risiko-Verhältnis, schreiben Sie sich ihre Spielregeln beim Trading auf, und: Halten Sie sich daran."

Dass es mit dem Erfolg im Markt gar nicht so einfach ist, kann man den Fragen vieler Anleger an die Experten entnehmen. Die TV-bekannten "Börsendinos" Raimund Brichta, Bernhard Jünemann und Stefan Riße etwa werden bei ihrem Auftritt "Was Sie schon immer über die Börse wissen wollen" mit Fragen aus dem Publikum bombardiert. "Wie stark wirkt es sich auf die Aktienmärkte aus, wenn die Krise mit Russland sich verschärft? Brichta: "Dann könnte der Dax auf 8.000 Punkte fallen." "Wie lange werden die Zinsen noch auf Rekordtief bleiben?" Jünemann: "Das kann sich schneller ändern als man denkt!"

Warum nicht mal: Eon

Angesichts der rekordtiefen Zinsen scheinen viele Anleger noch stärker als sonst in den Aktienmarkt gedrängt zu werden. Entsprechend belagert sind die Aussteller, die konkrete Empfehlungen für die richtige Aktie geben. Oliver Seibt vom Stuttgarter Aktienbrief wird bei seinem Vortrag entsprechend von – zumeist älteren – Besuchern umlagert. "Eine Aktie, die ich jetzt noch für sie habe, lachen Sie nicht, ist Eon." Die geschundene Versorgeraktie biete nach erfolgversprechender Restrukturierung und einem beeindruckenden Schuldenabbau derzeit eine Menge Chancen: "Die negativen Nachrichten sind im Kurs, und die positiven werden ihn bald wieder antreiben", so Seibt.

"Ich bin ein Schwabe"

Dass es noch einen gehörigen Anschub braucht, um private Investoren vermehrt zum Einstieg in ein aktives Handeln an den Börsen zu bewegen, da sind sich die Diskutanten auf der Bühne der Stuttgarter Börse einig: Börsenchef Christof Lammersdorf fordert, mehr in die Anlegerbildung zu investieren. Franz-Josef Leven vom Deutschen Aktieninstitut (DAI) bemängelt, dass viele Pensionsfonds zu wenig in Aktien und anderen Anlageklassen investiert sind, "statt in renditearmen Anleihen".

Markus Gürne, Chef der ARD-Fernseh-Börsenredaktion, sieht ein "Mentalitätsproblem" gerade bei deutschen Investoren als Grund für die Aktienabstinenz. Hierzulande würde man nun einmal vorsichtiger mit seinem Geld umgehen, das gelte besonders im süddeutschen Raum. "Ich kann das verstehen, ich bin ja auch ein Schwabe."

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Die Schwerpunkte der Invest 2014

Anlegerbildung

Anlegerbildung

Mit einer Reihe von Seminaren will die Invest das Verständnis für die verschiedensten Anlageprodukte verbessern. Bereits im Vorfeld der Messe, aber auch an den beiden Messetagen findet eine Vielzahl von Veranstaltungen statt, in denen die privaten Investoren ihr Know-how über Produkte und Strategien zur Vermögensbildung erhöhen können.

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