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US-Luftangriff auf Kobani im Norden Syriens

Reaktion auf US-Attacke in Syrien

Anleger flüchten in Yen und Gold

Stand: 07.04.2017, 09:24 Uhr

Der US-Luftschlag gegen Syrien treibt heute den Goldpreis kräftig an. Das gelbe Edelmetall stieg auf den höchsten Stand seit fast sechs Monaten. Auch die Ölpreise zogen an.

Mit dem Eingriff der USA in den Syrien-Konflikt habe die Risikoaversion an den Finanzmärkten wieder zugenommen, meinten Marktbeobachter. Davon profitiert Gold als "Krisenwährung".

Gold auf Sechs-Monats-Hoch

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Der Goldpreis machte in der Nacht zum Freitag einen Sprung um 1,5 Prozent auf bis 1.269,60 Dollar je Feinunze. Damit kostet das gelbe Edelmetall so viel wie seit November 2016 nicht mehr. Seit Jahresbeginn hat sich Gold um gut zehn Prozent verteuert.

In der vergangenen Nacht haben die USA als Vergeltung für einen mutmaßlichen Giftgasangriff einen Luftwaffenstützpunkt in Syrien attackiert. Nach Angaben des Pentagons wurden 59 Raketen des Typs Tomahawk abgeschossen.

Ölpreise ziehen an

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
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Ebenfalls nach oben ging es mit den Ölpreisen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 55,71 Dollar - 82 Cent mehr als am Donnerstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI kletterte um 89 Cent auf 52,79 Dollar. Das ist der höchste Stand seit Anfang März.

Syrien sei zwar kein wichtiges Förderland. Durch den US-Angriff steige aber das Risiko einer Eskalation in der gesamten Region, meinte Rohstoffexperte Ric Spooner vom Handelshaus CMC Markets.

Yen als sicherer Hafen gesucht

Am Devisenmarkt führte der amerikanische Luftangriff auf einen syrischen Militärflughafen ebenfalls zu einer Risikoaversion, sagte Experte Lutz Karpowitz von der Commerzbank. Mit der türkischen Lira und dem russischen Rubel gerieten vor allem Währungen unter Druck, die auch geopolitisch betroffen seien. Dagegen konnte der von Anlegern als sicherer Hafen geschätzte japanische Yen zulegen. Der Dollar verbilligte sich um bis zu 0,6 Prozent auf 110,14 Yen.

Dax eröffnet schwächer

An den Aktienmärkten versetzte der US-Luftschlag die Anleger in Unruhe. Der Dax eröffnete gut 0,5 Prozent tiefer. Der MSCI-Index für die Region Asien/Pazifik unter Ausschluss Japans fiel um 0,4 Prozent. Der Tokioter Leitindex Nikkei stieg dagegen um 0,4 Prozent auf 18.664,63 Punkte, nachdem er zunächst auf ein Vier-Monats-Tief von 18.517 Zählern gefallen war.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Nikkei 225: Kursverlauf am Börsenplatz Tokio SE für den Zeitraum Intraday
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Imagegewinn für Trump?

Einigen Börsianern zufolge hat der Angriff auch positive Aspekte. "Er zeigt, dass US-Präsident Donald Trump zu seinem Wort steht", sagte Christoffer Moltke-Leth, Chef-Händler des Brokerhauses Saxo Capital Markets. Dies könne seine Popularitätswerte steigern. Anlagestratege Peter Kenney von der Beratungsfirma Global Markets Advisory wertete Trumps Aktion als Zeichen an seinen chinesischen Kollegen Xi Jinping, mit dem er am Freitag unter anderem über die provozierenden Raketentests Nordkoreas sprechen will. "'Frieden durch Stärke' ist die Botschaft."

Der Blitzangriff der USA auf einen Stützpunkt der syrischen Luftwaffe schob die Rüstungsaktien an. Die Titel von Rheinmetall stiegen am Morgen auf ein neues Rekordhoch von gut 81 Euro.

nb

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