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Geldanlage 2013

Chancen und Risiken von US-Aktien

Wall Street vor neuer Rekordjagd?

von Angela Göpfert

US-Aktien haben 2012 rund neun Prozent zugelegt. Das ist ganz passabel, aber noch ausbaufähig. Analysten sagen der Wall Street ein gutes Börsenjahr 2013 voraus. S&P 500 und Dow Jones Index könnten sogar neue Rekordhochs ins Visier nehmen. Doch welche Anlagestrategie bietet sich für Privatanleger an?

An der Nyse wird es auch 2013 bestimmt nicht langweilig

Kurzfristig gibt es noch einen großen Risikofaktor für die US-Aktienmärkte. Es ist – Überraschung – natürlich die Fiskalklippe! Denn noch gibt es hier keine Lösung. Dies dürfte zunächst noch ein erhöhtes Maß an Volatilität nach sich ziehen. Und selbst wenn sich Republikaner und Demokraten auf einen Kompromiss einigen sollten, dürfte die Notwendigkeit, Steuern zu erhöhen und Ausgabe zu senken, das Wirtschaftswachstum der USA voraussichtlich auf Jahre hin dämpfen, befürchten Pessimisten.

Einen deutlich optimistischeren Grundton schlägt Jan Hatzius an. Der Chefvolkswirt von Goldman Sachs hat erst vor kurzem eine Analyse veröffentlicht, die aufhorchen lässt. Demnach wird 2013 das Jahr sein, in dem die US-Wirtschaftskrise endgültig endet. Ab 2014 dürfte das US-BIP wieder mit jährlichen Wachstumsraten von 3,0 Prozent und mehr steigen.

Fed pusht Immobilienmärkte
Ein aller Voraussicht nach positiver "Trigger", wie es im Finanzjargon gerne heißt, für die Aktienmärkte dürfte 2013 sicherlich auch der US-Immobilienmarkt sein. Dieser erholt sich viel schneller, als die meisten Analysten zu hoffen wagten. Davon zeugt unter anderem die Entwicklung des Case-Shiller-Index. Der wichtigste Hauspreisindex in den USA konnte zuletzt sechs Anstiege in Folge verbuchen.

Es sieht also fast so aus, als würde das neue Hilfsprogramm der Fed seine Wirkung nicht verfehlen. Im Rahmen des erst im September gestarteten Programms kauft die Fed monatlich mit Hypotheken besicherte Wertpapiere für 40 Milliarden Dollar auf.

Geldschwemme auch 2013?
Überhaupt ist die extrem expansive Geldpolitik der Fed nach Meinung von Experten wie Vermögensverwalter Jens Ehrhardt der treibende Faktor hinter den steigenden Kursen 2012 gewesen (siehe auch Grafik). Auch für 2013 rechnet der ökonomische Mainstream weiterhin mit einer Geldschwemme aus den USA.

Erst im Dezember hatten die US-Notenbanker um Fed-Chef Ben Bernanke ein QE4-Programm beschlossen, das vorsieht, die monatlichen Wertpapierkäufe von 40 auf 85 Milliarden Dollar mehr als zu verdoppeln.

Gleichzeitig soll die künftige Zinspolitik gemäß der "Evan's Rule" an feste Zielmarken für Inflation (2,0 Prozent) und Beschäftigung (6,5 Prozent) gebunden werden. Der Markt wird also den monatlichen Arbeitslosenzahlen aus den USA noch größere Aufmerksamkeit zukommen lassen als bisher.

Analysten machen Kurspotenzial aus

Mit Blick auf diese insgesamt guten fundamentalen Vorgaben rechnen die meisten Aktienstrategen mit einem guten Börsenjahrgang 2013 an der Wall Street. So glaubt etwa Trevor Greetham, Director Asset Allocation bei Fidelity Worldwide Investment, fest daran, dass sich US-Aktien 2013 "gut schlagen werden".

Laut Alexander Friedman, dem Global CIO von UBS Wealth Management, haben US-Aktien sogar ein Aufwärtspotenzial von 25 bis 30 Prozent. Savita Subramanian von Bank of America sieht den S&P 500 bis Ende 2013 auf 1.600 Punkte steigen. Das entspricht einem Kurspotenzial von rund 11 Prozent.

Allzeithoch im Visier?

S&P 500: Kursverlauf am Börsenplatz S&P Indizes für den Zeitraum 1 Jahr
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1.600 Punkte im S&P 500 – damit legt die BofA-Aktienstrategin einen Anstieg bis über das 2007er Allzeithoch von 1.756 Zähler nahe. Doch damit diese wichtige technische Marke tatsächlich getestet werden kann, müsste der S&P 500 zuerst noch einen wichtigen Widerstand rausnehmen: das 2012er Hoch bei 1.474 Punkten. Im Erfolgsfall stünde einem Anstieg bis auf das Allzeithoch tatsächlich nicht mehr allzu viel im Wege. Der Aufwärtstrend seit Frühjahr 2009 ist nach wie vor intakt.

Chart Down Jones Wahlzyklus

Down Jones Wahlzyklus

Neben fundamentalen und charttechnischen Faktoren sollten Anleger allerdings auch die Zyklik nicht vernachlässigen. Immerhin ist der US-Präsidentschaftszyklus einer der wichtigsten langfristigen Zyklen an der Börse überhaupt. Demnach steht Anlegern allerdings kein allzu erfreuliches Börsenjahr bevor. Denn ist erst einmal ein neuer Präsident gewählt, lassen die Aktienmärkte zunächst Luft ab oder tendieren seitwärts.

Stockpicking: Dividendenpapiere oder…

keine Beschreibung

Auf Basis der unsicheren Aussichten für den Gesamtmarkt erscheint eine Investition in ausgewählte Einzelwerte besonders lohnend. Als Anlagestrategie bietet sich "Dogs of the Dow" an. Gemäß dieser Strategie kauft der Anleger zu einem bestimmten Zeitpunkt, etwa am ersten Börsentag des Jahres, die zehn dividendenstärksten Titel des Dow Jones Index. In jede dieser zehn hoch rentierenden Aktien wird der gleiche Betrag, beispielsweise 1.000 Euro, investiert.

Die "Dogs of the Dow"-Strategie bietet sich für Privatanleger nicht nur deshalb an, weil sie besonders einfach umzusetzen ist. Historisch betrachtet konnte man mit dieser Anlagestrategie überdies jährlich etwa fünf Prozent mehr Performance erzielen als mit dem Dow Jones Index selbst.

…doch lieber Bankaktien?

Wagemutigere Investoren können auch auf US-Bankaktien wie Goldman Sachs oder Morgan Stanley setzen. Diese dürften von einer weiteren Erholung am US-Häusermarkt überproportional profitieren. Viele Banken haben überdies mehr Eigenkapital als vorgeschrieben.

Pro und Contra US-Aktien
ChancenRisiken
- offene Geldschleusen der Fed- politische Risiken (Fiskalklippe, Eurokrise, Naher Osten)
- weitere Erholung des Immobilienmarkts- US-Präsidentschaftszyklus
- anziehende Konjunktur- hoher öffentlicher Schuldenberg
- positive Charttechnik- schwacher Dollar
Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum 1 Jahr
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Fazit: Das Chance-Risiko-Verhältnis bei einem Investment in US-Aktien scheint positiv. Als mögliche Anlagestrategie für Privatanleger bietet sich die Dividendenstrategie "Dogs of the Dow" an. Welche zehn Dow-Aktien derzeit am höchsten rentieren, werden wir zu Jahresbeginn 2013 verraten. Wie bei jedem Investment in ausländische Werte ist ein Währungshedge sinnvoll, mit dem man sich gegen Kursverluste der US-Währung absichert (etwa durch einen Put auf Euro/Dollar).

Apropos Absicherung: Als übergreifende Hedging-Strategie bietet sich ein Put auf den S&P 500 oder Dow Jones Index an. Optionsscheine sind derzeit wegen der gesunkenen Volatilität vergleichsweise "günstig". Sollten also die Kurse an der Wall Street fallen, könnten Anleger mit Put-Scheinen davon gleich doppelt profitieren (fallende Kurse + steigende Vola = steigender Wert des Optionsscheins).