Börsenwissen

verzweifelter Privatanleger, Aktionär

Schwankungsintensität des Dax im Blick Wehe, wenn der VDax steigt

von Angela Göpfert

Stand: 03.06.2016, 10:52 Uhr

Der Volatilitätsindex VDax ist einer der von Privatanlegern meistunterschätzten Indizes. boerse.ARD.de erklärt, was der VDax misst und warum es sich immer lohnt, ihn im Blick zu behalten.

Börsenregeln gibt es wie Sand am Meer. Während einige dem Praxistest nicht immer standhalten, gilt der Zusammenhang zwischen Kursentwicklung und Volatilität als nahezu unumstößlich: In der Vergangenheit war stets zu beobachten, dass mit steigenden Aktienkursen ein Rückgang der Volatilität einherging. Dagegen stieg die Volatilität besonders bei nachgebenden Aktienkursen stark an.

Statistiker sprechen daher auch von einer signifikanten negativen Korrelation. Volatilität ist dabei definiert als ein Maß für die Schwankungsintensität eines Basiswerts, etwa einer einzelnen Aktie oder auch eines Index'.

Der alte VDax - ganz fiktiv?

Als Maßzahl für die Volatilität des deutschen Leitindex Dax dient der so genannte VDax, der 2005 vom VDax-New abgelöst wurde. Beide messen die aktuell vom Markt erwartete Volatilität für den Dax und damit die Risikoneigung der Anleger. Sie werden daher auch als "Angstbarometer" bezeichnet. Die Unterschiede liegen in der Berechnungsmethode.

Der VDax misst die in den Dax-Optionen implizierte, erwartete Preisschwankung des Dax'. Da der VDax auf fiktiven Optionspreisen beruht, benötigt man für seine Berechnung ein theoretisches Optionspreismodell. Der VDax wird laufzeitunabhängig, das heißt mit einer fixen Restlaufzeit von 45 Tagen, in Prozentpunkten bestimmt.

VDax-New - alter Wein in neuen Schläuchen?

Der VDax-New ist der neue Dax-Volatilitätsindex der Deutschen Börse. Im Unterschied zum VDax wird der Indexstand des VDax-New nicht mehr aus der impliziten Volatilität einer fiktiven Option errechnet, sondern aus den impliziten Volatilitäten von tatsächlich an der Eurex gehandelten Optionen. Außerdem hat er eine feste Restlaufzeit von 30 Tagen. Mittelfristig soll der VDax-New den VDax komplett ablösen.

Der VDax-New ist dabei auch ein Schritt in Richtung internationaler Einheitlichkeit. Orientiert sich seine Berechnung doch an der des VIX', der bereits 2003 auf die neue Berechnungsmethode umgestellt wurde. Der VIX misst die Volatilität des wohl wichtigsten Börsenbarometers der Welt, des S&P 500. Auch der VStoxx, der die implizite 30-Tage-Volatilität des EuroStoxx 50 misst, wird auf die gleiche Weise berechnet wie VIX und VDax-New.

Autobahn oder Landstraße?

Warum gerade institutionelle Investoren die Entwicklung der Volatilität an den Börsen kritisch beäugen, liegt auf der Hand: Volatilität weist eine negative Korrelation mit Aktienrenditen auf und eignet sich somit gut zur Risikostreuung und Depotbeimischung.

Hinzu kommt allerdings: Der momentane Stand des VDax-New sagt nichts darüber aus, in welche Richtung sich künftig der Dax entwickeln wird. Der Anleger weiß also nicht, wohin die Reise gehen wird. Er weiß nur, ob der Dax bislang eher auf einer Autobahn oder aber auf einer kurvigen Landstraße unterwegs war.

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