Rekord

Erstmals über 22.000 Punkten MDax: Das ist der große Durchbruch!

von Angela Göpfert

Stand: 21.12.2016, 11:09 Uhr

Der kleine Bruder zeigt dem großen, wie es geht: Während der Dax noch rund 900 Punkte unterhalb seines Allzeithochs notiert, hat der MDax am Mittwoch ein frisches Rekordhoch markiert.

Die 50 Nebenwerte steigen zur Wochenmitte erstmals über die Marke von 22.000 Punkten. Bis auf 22.082 Punkte geht es im frühen Handel aufwärts. Das ist ein Plus im Vergleich zum Vortag von 1,0 Prozent in der Spitze. Seit Jahresbeginn hat der MDax 5,4 Prozent hinzugewinnen können.

Technisches Kaufsignal

MDax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Mit dem Anstieg auf ein frisches Allzeithoch sendet der MDax jetzt eines der besten Kaufsignale, das die Charttechnik zu bieten hat. Denn im "uncharted territory" gibt es naturgemäß keine historischen Widerstände.

Der Weg dorthin war allerdings kein leichter gewesen, waren zuvor doch alle Aufwärtsimpulse seit Anfang 2015 in der markanten Widerstandszone zwischen 21.524 und 21.948 Punkten (altes Allzeithoch vom August 2016) zum Erliegen gekommen.

Da geht noch was!?

Mit dem Anstieg auf ein frisches Allzeithoch hat der MDax nun weiteres Aufwärtspotenzial. Schließlich hat er damit ein aufsteigendes Dreieck komplettiert. Jörg Scherer, Leiter Technische Analyse von HSBC Trinkaus, leitet daraus ein "rechnerisches Anschlusspotenzial von rund 4.200 Punkten" ab.

Interessant ist aber auch der Vergleich mit dem großen Bruder: So schafft der Dax heute zwar ein frisches Jahreshoch bei 11.480 Zählern. Doch damit notieren die 30 deutschen Standardwerte immer noch 7,9 Prozent unterhalb ihres Rekordhochs von 2015 (12.391 Punkte).

Starke Outperformance

Auch in der historischen Perspektive haben die Nebenwerte die Nase vorn. So schaffte etwa der Dax binnen fünf Jahren ein Plus von 80 Prozent. Der MDax legte im gleichen Zeitraum stolze 135 Prozent zu.

Auf der Suche nach den fundamentalen Gründen für diese Outperformance wird gerne darauf verwiesen, dass MDax-Firmen wachstumsstärker, flexibler und wendiger seien als die im Dax notierten Dickschiffe. Zudem soll der hohe Anteil an Familienbeteiligungen für weniger Fehlentscheidungen sorgen.

MDax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 5 Jahre
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Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 5 Jahre
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Ohne Banken und Versorger besser dran

Fakt ist aber auch: Ein Großteil der Outperformance des MDax gegenüber dem Dax dürfte der unterschiedlichen Branchenzusammensetzung der beiden Indizes geschuldet sein.

So sind im Dax mit den Banken und Versorgen Branchen vertreten, die in den vergangenen Jahren eine Vielzahl schlechter Nachrichten zu verarbeiten hatten. Im MDax nicht. Hier sind vielmehr die konjunkturzyklischen Branchen wie Automobil, Maschinenbau und Chemie stark vertreten.

Einfach nicht zu vergleichen

Eine große Gemeinsamkeit haben MDax und Dax allerdings: Bei beiden Indizes handelt es sich um Performance-Indizes, in deren Berechnung die ausgeschütteten Dividenden mit einfließen.

Die meisten internationalen Indizes werden dagegen als reine Kursindizes berechnet. Der MDax ist folglich ebenso wenig mit dem amerikanischen Nebenwerte-Index Russell vergleichbar wie der Dax mit dem Dow Jones.

Kein Grund zum Jubeln?

Kritiker der Berechnungsmethode der Deutschen Börse sprechen vor diesem Hintergrund von einem "Botox-Dax" oder auch von einem "künstlich aufgepolsterten" MDax.

Tatsächlich ist der MDax-Kursindex, den die Deutsche Börse ebenfalls berechnet, aktuell noch 3,3 Prozent von seinem Allzeithoch aus dem Jahre 2015 bei 13.080 Punkten entfernt. Mit Blick auf den "echten" MDax haben Anleger heute also eigentlich keinen besonderen Tag zu feiern.

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