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Nach dem Zypern-Schreck
Kaufgelegenheit oder Short des Jahres?
von Angela Göpfert
Der Schreck, die 8.000 Punkte plötzlich wieder von unten zu sehen, ist für viele Privatanleger groß. Dreht der Dax schon wieder an dieser wichtigen Marke? boerse.ARD.de verrät, bis zu welchem Dax-Stand Anleger noch gelassen bleiben können – und ab wann leichte Panik angesagt ist.
Eins vorweg: Für Langfristinvestoren hat sich mit dem heutigen Handelstag rein gar nichts verändert. Erst mit einem Rutsch unter die Marke von 7.537 Zählern, die untere Begrenzung der Seitwärtsrange von Anfang 2013, würde sich das langfristige technische Bild eintrüben.
Ultimative Unterstützung
Die ultimative Absicherung für Langfrist-Investoren sei sogar noch weiter darunter, auf Höhe der 200-Tage-Linie (aktuell bei 7.209 Punkten), anzusiedeln. Das unterstrich Jörg Scherer, Leiter Technische Analyse bei HSBC Trinkaus, jüngst im Gespräch mit boerse.ARD.de.
Von diesen technischen Marken ist der Dax, der am Montagmorgen bei 7.901 ein Verlaufstief ausbildete, noch weit entfernt. Alles in Butter, also? Nicht ganz, zumindest nicht für Anleger, die eher kurzfristig orientiert sind.
Startsignal für Bären
Der heutige Kursverfall nährt jedenfalls die Skepsis von Marktexperten wie Ronald Gehrt. Wie so häufig in der Geschichte könnte es am jüngsten Verfallstermin (15. März) zu einer Trendwende gekommen sein. Der technische Analyst von ING Markets befürchtet, dass ein guter Teil dieser auf diesen Termin fixierten Käufe nun wieder zurückgenommen werden könnte. Ab einem bestimmten Punkt könnten gar eine Wette auf fallende Kurse (Short-Spekulation) wieder lohnen.
"Sollte der Dax die Unterstützungslinie bei 7.872 Punkten auf Schlusskursbasis signifikant brechen, wäre das Startsignal für bearishe Investoren gefallen und zugleich auch ein Szenario entstanden, in welche man laufende, kurzfristig orientierte Long-Positionen zunächst einmal glattstellen sollte", warnt Gehrt.
Wird der März wieder zum Turnaround-Monat?
Nichts passiert?
Im Gespräch mit boerse.ARD.de unterstreicht auch Marktexperte Robert Rethfeld von Wellenreiter-Invest die große Bedeutung dieser alten Ausbruchsmarke. Solange die Marke von 7.872 Punkten halte, "ist quasi gar nichts passiert. Dann ist der Aufwärtstrend weiter intakt".
Sollte dieses positive Szenario eintreten, so traut HSBC-Analyst Scherer dem deutschen Leitindex noch viel zu. Der Dax habe nach wie vor alle Chancen, seinen alten Rekordstand bei 8.151 Punkten zu überwinden. "Ein Spurt auf ein neues Allzeithoch ließe das beste Signal der technischen Analyse überhaupt entstehen."
Anschlusspotenzial: 400 Punkte
Und danach? "Sollte es gelingen, diese charttechnische Hürde bei 8.151 Punkten zu überwinden, würde sich das nächste Kursziel auf die obere Begrenzung des im Sommer 2011 etablierten Aufwärtstrendkanals bei aktuell 8.565 Punkten stellen", zeichnet ING-Analyst Gehrt ein rosiges Bild für die Bullen unter den Anlegern.
Fazit: Der Marke von 7.872 kommt eine immense Bedeutung zu, die auch Privatanleger auf gar keinen Fall unterschätzen sollten. Übrigens ist es dabei ganz egal, ob der betreffende Privatanleger nun an Charttechnik "glaubt" oder nicht. Fakt ist: Zahlreiche professionelle Investoren und die immer dominierenderen vollautomatisierten Computerprogramme richten sich nach solchen technischen Marken.
Sollten also die 7.872 Punkte auf Tagesschlusskursbasis unterschritten werden, so würde dieses negative technische Signal seine Wirkung an den Märkten ganz gewiss nicht verfehlen. Investierte Privatanleger können sich durch entsprechende Stop-Loss-Orders für diesen Fall wappnen.