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Saisonalitäten

Donald J. Trump

US-Präsidentschaftszyklus mahnt zur Vorsicht

Hilfe, die Amis wählen!

von Angela Göpfert

Stand: 01.03.2016, 11:33 Uhr

Wahljahren eilt an der Börse ein fantastischer Ruf voraus. Doch ein Blick in die Geschichte zeigt: 2016 könnte noch übel enden.

Für gewöhnlich sind amerikanische Wahljahre an der Börse mit einem positiven Nimbus versehen. Laut dem US-Präsidentschaftszyklus – einer der wenigen gut funktionierenden Zyklen in der Finanzwelt – können Anleger in einem Wahljahr auf Kursgewinne hoffen.

Nicht aber so in einem "Lame Duck"-Wahljahr. Seit 1900 ist der S&P 500 in Jahren, in denen der amtierende Präsident sich in seinem achten Jahr befindet und daher nicht mehr zur Wahl steht, in 56 Prozent aller Fälle gefallen.

Wahljahr 2008 – der blanke Horror!

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Super Tuesday - Börsenreaktionen

Zum Vergleich: Steht der amtierende Präsident zur Wiederwahl, steigen in einem Wahljahr in 83 Prozent aller Fälle die Kurse.

Den tiefsten Fall in einem Lame-Duck-Wahljahr erlebte der S&P 500 in George W. Bush's letztem Amtsjahr: Im Finanzkrisenjahr 2008 brach der US-Aktienindex um rund 41 Prozent ein.

Verheerende Statistik

Solche extremen Ausreißer verzerren natürlich auch die Statistik. Der Blick auf den saisonalen Verlauf des Dow Jones fällt in der Tat nicht weniger erschreckend aus.

Laut einer Statistik von "Stock Trader's Almanac" ist der Dow in Wahljahren im Schnitt um rund 14 Prozent gefallen, wenn sich der amtierende Präsident in seinem achten Jahr befand. Zum Vergleich: Im Schnitt beträgt das Kursplus in Wahljahren knapp 8 Prozent.

Dow Jones seit 1901

Keine schönen Perspektiven für 2016? . | Bildquelle: Almanac Trader, Grafik: boerse.ARD.de

Sell in April?

Anfang März ist aus saisonaler Perspektive dann allerdings ein guter Zeitpunkt für den Einstieg in den Aktienmarkt, um die übliche Kaufwelle bis Anfang April mitzunehmen (siehe Grafik).

Danach muss es wohl heißen: "Sell in April" – statt "in May". Denn ab April fällt der Markt kontinuierlich, bis er im November/Dezember endlich einen Boden ausbilden kann.

Das ist ja schön und gut, aber…

So verheerend diese Statistiken auch klingen mögen: Anleger sollten bedenken, dass es wenig Sinn macht, an der Börse einzig und allein auf Basis statistischer Verlaufswahrscheinlichkeiten zu handeln.

Interessant wird es erst dann, wenn Saisonalität, Charttechnik und fundamentale Daten in die gleiche Richtung deuten.

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