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Anlagestrategie

Billy Bob Thornton als

Oktober-Rally hat Folgen für Jahresend-Rally

Hat hier etwa jemand den Weihnachtsmann beklaut?

von Angela Göpfert

Stand: 02.11.2015, 13:04 Uhr

Die Aktienmärkte haben einen fantastischen Oktober hinter sich. Doch die Freude wird getrübt von einer bangen Frage: Fällt jetzt die Jahresend-/Santa-Claus-Rally aus?

Der Monat Oktober hat seinem Ruf als "Bärentöter" einmal mehr alle Ehre gemacht. Der Dax schnellte um rund 12 Prozent empor. An der Wall Street legte der marktbreite S&P 500 8,3 Prozent zu. Das ist achtmal so viel wie der durchschnittliche S&P-Gewinn im Oktober.

Doch damit dürften die Aktienmärkte ihr Pulver weitgehend verschossen haben. Zu diesem Schluss kommt jedenfalls Sam Stovall, seines Zeichens Chefaktienstratege von S&P Capital IQ, in einer aktuellen Studie.

Ernüchternde Statistik

Stovall fand heraus, dass eine überdurchschnittliche Oktober-Rally zumeist eine deutlich schwächere Jahresendrally nach sich zog. In Jahren mit einem Plus von mehr als sieben Prozent im Oktober, kletterte der S&P bis zum Jahresende nur um 1,9 Prozent.

Das ist deutlich weniger als die 3,0 Prozent, die für gewöhnlich im November und Dezember drin. Auch die Wahrscheinlichkeit für Kursgewinne in den letzten beiden Monaten des Börsenjahres ist mit 60 Prozent (statt 77 Prozent) deutlich erniedrigt.

Rückschlag voraus?

Der US-Präsidentschaftszyklus sagt sogar kurzfristig fallende Kurse voraus. Die Wahrscheinlichkeit eines Pullbacks steige, so Robert Rethfeld, Marktbeobachter von Wellenreiter-Invest.

»Insbesondere in Vorwahlwahljahren ergibt sich statistisch signifikant zunächst eine Negativsituation im November, die erst kurz vor Thanksgiving ("Feiertageeffekt") positiv aufgelöst wird«

Draghis Euro-Put

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum 6 Monate
Kurs
1,0592
Differenz relativ
+0,05%

Mit Blick auf den Dax lassen sich wegen der deutlich kleineren Datenbasis keine solchen Schlüsse ziehen. In der Regel kann sich der deutsche Leitindex jedoch dem Trend an der Weltleitbörse in New York kaum entziehen.

Die 30 deutschen Standardwerte könnten dabei allerdings von einem Sonderfaktor profitieren: So sollte der Euro/Dollar vor dem Hintergrund des "Draghi-Put" vom Oktober weiterhin zur Schwäche neigen.

Das könnte sich noch lohnen

Getreu dem Motto "sell the rumour" hat die europäische Gemeinschaftswährung zumindest bis zur Dezember-Sitzung der EZB weiteres Abwärtspotenzial. Das dürfte Anlagen im Euro-Raum gerade auch für US-Investoren deutlich attraktiver machen.

Fazit: Ganz so große Sprünge wie sonst zum Jahresende hin scheinen aus statistischer Sicht in diesem Jahr nicht drin zu sein. Doch die Saisonalität ist und bleibt positiv (Stichwort: Halloween-Effekt). Rückschläge könnten zum Einstieg genutzt werden.

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