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Gipfelstürmer 2012
Der MDax - alles andere als mittelmäßig
von Ursula Mayer
Der Dax hat ein fantastisches Jahr hinter sich. Noch besser lief es aber für seinen kleinen Bruder, den MDax. Der Index für die mittelgroßen Konzerne scheint nach oben hin keine Grenzen zu kennen und erstürmt immer neue Rekordmarken.
Mit 11.984 Punkten ist der MDax nicht weit von seinem Allzeithoch entfernt.
Während der Dax in diesem Jahr 29,7 Prozent zulegen konnte, eilte ihm der MDax sogar noch voraus. Der 1996 gegründete Index umfasst 50 Unternehmen, die gemessen an der Marktkapitalisierung und dem Börsenumsatz nach den Dax-Werten folgen. Mit einem Plus von 34,7 Prozent ist der MDax 2012 der wahre Index-Champion an der Deutschen Börse.
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Vor allem 2012 stellte der MDax seine Qualitäten als Gipfelstürmer unter Beweis. Mit 11.555 Punkten übertraf er Mitte Oktober seinen bisherigen Rekordstand von 2007. Seitdem erklimmt er immer neue Höhen. Vergangenen Mittwoch erreichte er sein jüngstes Rekordhoch von 12.103,01 Punkten.
Wachstum in Schwellenländern gibt Auftrieb
Damit stehlen die Firmen aus der zweiten Reihe den Dax-Größen die Show. Die neuen Stars - das sind mittelständische, vorwiegend in Deutschland tätige Unternehmen. Dazu zählen die Aareal Bank genau wie der Automatenhersteller Wincor Nixdorf. Geprägt wird der MDax in erster Linie von Industrieunternehmen.
"Die stehen sehr gut da, trotz der schwächelnden Konjunktur in Südeuropa", erklärt Manfred Bucher, Aktienstratege bei der Bayern LB. "Denn sie sind global aufgestellt und profitieren vom Wachstum der Schwellenländer." Das gilt Bucher zufolge zum Beispiel für den Lackieranlagenbauer Dürr und den Roboterhersteller Kuka. Ihre Aktien sind etwa doppelt so viel wert als noch vor einem Jahr.
Noch besser hat die Aktie des Immobilienunternehmens Gagfah abgeschnitten, die allerdings zuvor deutlich unter die Räder gekommen war. "Der Boom bei deutschen Immobilien hat sich für Gagfah bezahlt gemacht", kommentiert Marcus Ratz, Fondsmanager bei Lupus Alpha im Interview mit boerse.ARD.de. Absoluter MDax-Gewinner ist der Bezahlsender Sky mit einem Jahresplus von 203,7 Prozent. Der Bezahlsender habe eine entscheidende Wende geschafft, berichtet Ratz: "Die Gefahr der Insolvenz ist dort vom Tisch."
Nebenwert ist nicht gleich Nebenwert
Tatsächlich, betont Aktienstratege Bucher von der Bayern LB, waren es allerdings MDax-Schwergewichte wie Contintental, Lanxess, EADS und Kabel Deutschland, die den Nebenwerte-Index entscheidend nach oben gezogen haben, auch wenn ihre Aktien nicht ganz so gut gelaufen sind. Bucher erklärt: "Im dritten Quartal 2011 gab es Rezessionsängste. Die sind jetzt größtenteils verflogen, was diesen Unternehmen zugute gekommen ist."
Und natürlich auch ihren Anlegern. Für die dürften MDax-Unternehmen übrigens nicht zuletzt wegen ihrer Dividende interessant sein. Der Rückversicherer Hannover Rück zum Beispiel verspricht dieses Jahr mehr als 2,60 Euro pro Anteilsschein, nach 2,10 Euro im Jahr 2011. Ähnlich erhöhte der Rüstungskonzern Rheinmetall im März seine Dividende von 1,50 Euro im Vorjahr auf jetzt 1,80 Euro.
2013 könnte der MDax weiter steigen
Während der MDax 2012 also auftrumpfen konnte, kam der SDax im Vergleich dazu binnen Jahresfrist nur auf ein Plus von nur 19,0 Prozent. Liquidere Titel von mittelgroßen Unternehmen seien derzeit einfach stärker nachgefragt, erklärt Marcus Ratz von Lupus Alpha: "Darüber hinaus haben mehr Unternehmen aus dem SDax für Enttäuschungen gesorgt, wie etwa Delticom, Ströer oder Air Berlin."
In Hinblick auf das neue Jahr zeigt sich Fondsmanager Ratz verhalten optimistisch. Er sieht für den MDax weiteres Potenzial nach oben. In den nächsten Monaten könnte die Rally weitergehen, schätzt auch Aktienstratege Bucher. Er räumt aber ein: "Der Anteil an zyklischen Unternehmen ist im MDax besonders hoch, deshalb dürfte die Rally auch stark von der konjunkturellen Entwicklung abhängen."
Tops und Flops im MDax 2012
Tops und Flops im MDax 2012
Stand: 27.12.2012, 17:11 Uhr