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Charttechnik

Bulle und Bär vor der Deutschen Börse in Frankfurt

Warten auf die Gegenbewegung

Dax: Wo stehen wir?

Allein in den vergangenen vier Wochen knickte der Dax um mehr als zehn Prozent ein. Am Vormittag sackte er zunächst um weitere zwei Prozent ab. Wie geht es nun weiter? Lesen Sie einige Einschätzungen zur Lage.

Heute vormittag hat der Dax mit dem Rutsch unter die Marke von 8.500 Punkten neue Jahrestiefs markiert. Das bisherige Tagestief lag bei 8.354 Punkten. Und dies ausgerechnet am 25. Jahrestag des Oktober-Crashs von 1989, bis dato der größte Tagesverlust im Dax.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
8717.76
Differenz absolut
-132.51
Differenz relativ
-1.50%

Schon am gestrigen Mittwoch herrschte am Dax Ausverkaufsstimmung. Der deutsche Leitindex sackte um 2,9 Prozent ab. "Der gestrige Handelstag beim Dax dient als Beispiel, dass sich aus einer überverkauften Marktlage allein noch kein Erholungspotenzial ableiten lässt. Was zusätzlich gegeben sein muss, ist ein charttechnischer Signalgeber", kommentierten die Charttechniker von HSBC heute in ihrem Tagesausblick.

Umso dringender stellt sich die Frage: Wie geht es weiter? Claus Vogt, Chefredakteur der Publikation "Krisensicher Investieren", sieht den Markt derzeit gar vor einer zyklischen Wende nach unten.  

"Bis dato keine Bodenbildung"

Für die Charttechniker von Index-Radar könnte eine Gegenbewegung bevorstehen. Die Kurse seien in zu kurzer Zeit zu schnell gefallen und könnten damit reif für eine Reaktion nach oben sein: "Selbst wenn diese Erholung beziehungsweise Bärenmarktrally nicht weit führen muss, stoppt sie zumindest vorläufig eine weitere Abwärtsbewegung und kann der Anfang einer Bodenbildung sein."

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 6 Monate
Kurs
8717.76
Differenz absolut
-132.51
Differenz relativ
-1.50%

Gregor Kuhn von IG Markets hatte noch am Morgen den Bereich zwischen 8.500 und 8.560 Punkten als charttechnisch hochrelevante Unterstützungszone ausgemacht. "Angesichts zunehmend attraktiver Einstiegsniveaus steigt die Hoffnung, dass kommende Gegenbewegungen nun auch nachhaltiger und langfristiger ausfallen könnten", schrieb Kuhn in einem Tageskommentar. Aber er räumte auch ein, dass bis dato noch keine Bodenbildung in Sicht sei.

Nächster Halt 8.100 Punkte?

Jens Klatt

Jens Klatt. | Bildquelle: Unternehmen

Insgesamt falle es derzeit schwer, kurzfristig Einschätzungen zum Verlauf im Dax zu machen, unterstreicht Jens Klatt, Chefanalyst von DailyFX. "Was in dieser Minute noch korrektiv und nach Erholung ausschaut, kann in zehn Minuten mit einem 200 Punkte Sell Off und neuen Jahrestiefs quittiert werden." Seine Unterstützungsmarke vom Morgen ist auch bereits gefallen: "Im Fokus bleiben auf der Unterseite weiter die Region ums nun aktuelle Jahrestief um 8.470 Punkte. Bei einem Bruch droht die nächste Abwärtswelle in Richtung der 8.000er Region, Zwischenziel 8.100 Punkte", erklärte der Experte.

Die technischen Analysten der LBBW sehen ebenfalls weiteres Abwärtspotenzial. Sollte es zu einer Gegenbewegung kommen, warten die nächsten Widerstände nach oben bei 8.670 und 8.683 Dax-Punkten.

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Die Stimmung unter den Analysten ist insgesamt aber skeptisch: "Unsere 'bearishe' Grundeinstellung würden wir erst dann über Bord werfen, wenn es dem Dax gelingt, die Nackenzone der Toppbildung bei gut 8.900 Punkten zurückzuerobern bzw. die jüngste Abwärtskurslücke bei 8.975 Punkten zu schließen", fassen die HSBC-Analysten die Lage zusammen. Aber wie sie so schön sagten: Was fehlt, ist ein positives Signal.

ts

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