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Charttechnik

Panik an den Märkten.

Erneuter Rutsch unter 10.500 Punkte

Dax: Das sieht richtig übel aus!

von Angela Göpfert

Stand: 22.12.2015, 11:31 Uhr

Die düstere Charttechnik im deutschen Leitindex steht einer klassischen Weihnachtsrally entgegen. Die Dax-Bullen sind gerade dabei, ihre letzte Chance zu verspielen.

Mit dem erneuten Rutsch unter die zentrale Unterstützung bei 10.500 Punkten sendet der deutsche Leitindex am Dienstag ein starkes Verkaufssignal. Es ist nicht das erste seiner Art. In jüngster Zeit hatten sich die negativen Zeichen von Seiten der Charttechnik geradezu gehäuft.

Unter keinem guten Stern

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 6 Monate
Kurs
11.893,70
Differenz absolut
66,08
Differenz relativ
+0,56%

So hatte der Dax in der vergangenen Woche einen "Abendstern" ("Evening Star") gebildet. Dabei handelt es sich um eine Formation, welche aus drei Kerzen besteht.

Auf einen Tag mit steigenden Kursen (vergangener Mittwoch) folgte eine zweite Kerze (Donnerstag), die deutlich über der ersten lag. Am dritten Tag (Freitag) lag die Eröffnung deutlicher tiefer, im Tagesverlauf kam es zu Gewinnmitnahmen.

Klares Verkaufssignal

Der Abendstern kommt klassischerweise am Ende einer Aufwärtsbewegung vor. Er stellt ein klares Verkaufssignal dar, das Anleger besser nicht ignorieren sollten.

Tatsächlich wurde am Montag das Verkaufssignal des "Abendsterns" durch eine erneute Abwärtskerze bestätigt – der Dax fiel nach einem verheißungsvollen Start um 1,0 Prozent auf 10.498 Zähler.

Auf der Suche nach Halt

Am Dienstag bietet sich den Anlegern ein ähnliches Bild: Erneut starten die Dax-Bullen zu Handelsbeginn einen Stabilisierungsversuch. Erneut vergeblich. Die 30 deutschen Standardwerte fallen deutlich unter ihr Tagestief vom Montag zurück.

Anleger sollten nun ihren Blick auf die Unterseite richten. Denn der Dax hat jetzt ordentlich Luft nach unten: Die nächste nennenswerte Unterstützung ist erst auf Höhe des Vorwochen-Tiefs bei 10.123 Punkten auszumachen.

Wichtige Marken im Visier

Sollte der Dax auch darunter rauschen, hätte er weiteres massives Abwärtspotenzial bis zum September-Tief bei 9.325 Punkten.

Wirklich aufhellen würde sich die Lage aus Bullen-Sicht erst durch eine rasche Rückeroberung der Barrieren bei 10.500/10.600 Punkten, des April-Abwärtstrends (aktuell bei rund 10.800) und schließlich der 200-Tage-Linie (aktuell bei 11.035).

Belastungsfaktor Wall Street

Machen wir uns aber besser nichts vor: Rein aus charttechnischer Perspektive erscheint dieses Positiv-Szenario eher unwahrscheinlich. Zumal auch die verfahrene technische Situation an der Wall Street einen großen Belastungsfaktor für die deutschen Standardwerte darstellt.

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