Technische Analyse

Die Skyline von Frankfurt am Main

Negative Weichenstellung droht Dax: Das hätte nicht passieren dürfen!

von Angela Göpfert

Stand: 22.03.2016, 10:46 Uhr

Der deutsche Leitindex hinkt schon seit Wochen der Wall Street hinterher. Der neuerliche Kursrutsch im Zuge der Brüsseler Anschläge verheißt nichts Gutes.

Der Dax bricht unter hohen Umsätzen unter die Marke von 9.900 Punkten aus und fällt bis auf 9.763 Punkte. Das ist ein Minus von 1,9 Prozent in der Spitze. Sollte der deutsche Leitindex nun nicht rasch die 9.900 Punkte per Tagesschluss zurückerobern, so hat sich mit dem heutigen Tag die Lage im Dax dramatisch eingetrübt.

Trauriger Anlass

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.263,86
Differenz relativ
+0,71%

Am Montag hatte der Dax noch mit den "Nachwehen" des Verfalltermins zu kämpfen, offenbar mussten noch einige Stillhalter am Optionsmarkt dringend Aktien einsammeln. Das sorgte für hektische Bewegungen, eine klare Richtungsentscheidung blieb aus. Dafür geht es heute umso dynamischer abwärts.

Die Anschläge in Brüssel mögen zwar der traurige Anlass sein. Doch dass die Erholung im Dax auf wackeligen Füßen stand, dafür gab es schon zuvor einige Anzeichen.

Relative Schwäche

Vor allem ein Blick auf die 200-Tage-Linie machte stutzig. So notierte der Dax per Montagsschlusskurs knapp 500 Punkte unter diesem wichtigen gleitenden Durchschnitt, der aktuell bei 10.411 Zählern verläuft.

Zum Vergleich: Der Dow Jones und S&P 500 haben ihre 200-Tage-Linien bereits vor knapp zwei Wochen überwunden und notieren mittlerweile komfortabel darüber.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 6 Monate
Kurs
12.263,86
Differenz relativ
+0,71%
Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum 6 Monate
Kurs
22.024,87
Differenz relativ
+0,12%
S&P 500: Kursverlauf am Börsenplatz S&P Indizes für den Zeitraum 6 Monate
Kurs
2.468,11
Differenz relativ
+0,14%

Wichtiges Warnsignal

Diese relative Schwäche des Dax ist ein klares Warnsignal. Denn die 200-Tage-Linie ist nicht einfach irgendein banaler technischer Indikator, den nur irgendwelche Freaks verfolgen. Nein, ganze automatisierte, milliardenschwere Handelsprogramme beruhen auf diesem Trendfolger.

Vor allem für strategische, also eher mittel- bis langfristig orientierte, Investoren ist die 200-Tage-Linie ein wichtiger Wegweiser. Und dieser warnt aktuell ganz klar vor einem Engagement im Dax.

Halt zur rechten Zeit

Der Rutsch unter die Unterstützung bei 9.900 Punkten ist ein zusätzliches Warnsignal. Sollte sich das auf Tagesschlusskursbasis bestätigen, so hätte der Dax damit seine inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation negiert. Diese klassische charttechnische Umkehrformation hatte in der Vorwoche noch Hoffnungen geschürt.

Auf der Habenseite können die Dax-Investoren indes verbuchen, dass das jüngste Wochentief (9.753) dem ersten Ansturm der Bären standgehalten hat. Das vorläufige Tagestief liegt mit 9.763 Punkten nur zehn Punkte darüber.

Müssen wir die Iden des März fürchten?

Dieses potenzielle Doppel-Tief nutzt der Dax aktuell als Basis einer Gegenbewegung. Doch die übergeordneten mittel- bis langfristigen Perspektiven bleiben trübe, solange sich diese Gegenbewegung unterhalb von 9.900 abspielt.

Bezeichnend ist, dass der Richtungsumschwung im Dunstkreis des Hexensabbats vom vergangenen Freitag erfolgt. An solchen Tagen schließen viele professionelle Anleger ihre Long- und Short-Positionen. Damit tritt eine Marktbereinigung ein, die durchaus den Boden für einen längerfristigen Trendwechsel bilden kann.

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