S&P 500 Performance an einzelnen Wochentagen

Blick auf die Wochentage Achtung vor dem Freitag!

Stand: 31.08.2017, 15:45 Uhr

An den Aktienmärkten lassen sich vor allem an zwei Tagen in der Woche steigende Kurse erzielen. Besonders häufig abwärts geht es am Freitag, hat Marktanalyst Dimitri Speck herausgefunden.

Dimitri Speck, Marktexperte und Mitgründer der in Wien ansässigen Researchfirma Seasonax, hat sich die Entwicklung des S&P 500-Index der letzten 17 Jahre angeschaut und dabei die Kursbewegung an den einzelnen Wochentagen analysiert. Das Ergebnis: Wer nur an einem Tag in der Woche in Aktien investiert, kann eine höhere Rendite erzielen, als der S&P 500 an fünf Tagen schafft.

Zumindest war dies in den vergangenen 17 Jahren seit der Jahrtausendwende möglich. Selbst im Jahr 2008, also mitten in der Finanzkrise, ließen sich an Dienstagen insgesamt Kursgewinne erzielen. Für erfahrene Anleger ist das keine wirklich neue Erkenntnis, gilt doch der Dienstag schon lange als der beste Handelstag der Woche, Börsenjargon auch als Turnaround tuesday bekannt.

Begriff erst 1997 gegründet

Danach sieht eine typische Börsenwoche wie folgt aus: Freitags nehmen die Profis häufig Gewinne mit. Übers Wochenende bekommen die Privatanleger kalte Füße, also verkaufen sie am Montag. Die Kursrückgänge nutzen die Profis dann am Dienstag zum Wiedereinstieg - der Markt dreht nach oben.

Seasonax-Gründer Dimitri Speck

Dimitri Speck. | Bildquelle: Seasonax

Der Begriff "Turnaround Tuesday" wurde an der Wall Street allerdings erst 1997 aus der Taufe gehoben. Am Montag, den 27. Oktober 1997, eröffnete der Dow Jones bei 7.715 Punkten und schloss tief im Minus bei 7.161. Am Dienstag, den 28. Oktober, markierte der Dow bei 6.936 Punkten ein Tief, schloss jedoch bei 7.498.

Den S&P 500 schlagen

S&P 500: Kursverlauf am Börsenplatz S&P Indizes für den Zeitraum 10 Jahre
Kurs
2.508,24
Differenz relativ
+0,06%

Laut Dimitri Speck ist der S&P 500 zwischen den Jahren 2000 und 2017 im Schnitt um jährlich 2,95 Prozent gestiegen. An den Dienstagen stiegen die Kurse um 3,15 Prozent. Und wer nur an Dienstagen und Donnerstagen, einem ebenfalls guten Börsentag, handelte, konnte jährliche Kursgewinne von 5,52 Prozent erzielen.

Anleger, die seinem Schema gefolgt sind und zusätzlich an den Freitagen "short" gegangen sind, konnten in den letzten 17 Jahren ihre jährliche Rendite sogar auf 8,07 Prozent steigern. Natürlich handelt es sich hierbei nur um theoretische Berechnungen, fallen doch für Privatanleger bei jeder Transaktion Gebühren an, die die Kursgewinne schmälern. Trotzdem bleibt festzuhalten, dass der Dienstag und der Donnerstag in letzten Jahren die beiden besten Börsentage der Woche waren.

Regel kann sich ändern

Dimitri Speck warnt jedoch vor dem Glauben, diese Erkenntnis auch für die Zukunft fortzuschreiben. Es sei durchaus möglich, dass diese Regel in der Zukunft nicht mehr gelte. Dann wäre auch der Freitag möglicherweise nicht mehr der schwächste Tag der Woche. Allerdings kann niemand mit Gewissheit sagen, wann sich typische Verlaufsmuster an den Aktienmärkten ändern.

lg

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