Trennbanken - Zwei stilisierte Bankgebäude nebeneinander

Trump-Regierung bastelt an Bankenreform Zurück zum Trennbankensystem?

Stand: 10.04.2017, 11:38 Uhr

Im amerikanischen Bankenmarkt bahnt sich eine Revolution an: Der Wirtschaftsberater von US-Präsident Trump will das 1999 abgeschaffte Trennbankengesetz wieder einführen. Investmentbanken stehen vor ihrem Comeback.

Müssen die US-Banken künftig ihr Geschäftsmodell überdenken? Darauf deuten Überlegungen im Weißen Haus hin. In einem Treffen mit Politikern der Republikaner und Demokraten soll sich Gary Cohn, Trumps Wirtschaftsberater, für ein neues Trennbanken-Gesetz ausgesprochen haben, berichtet Bloomberg. Der ehemalige Goldman-Sachs-Banker will die Investmentbanken wieder von den Geschäftsbanken trennen.

Trump hatte sich im Wahlkampf für eine solche Reform des Bankensystems stark gemacht. Der Republikaner hatte mehrfach gefordert, Banken mit Einlagen- und Kreditgeschäft von den klassischen Investmentbanken zu trennen.

Liberalisierung der Banken schuld an der Finanzkrise?

Das Trennbanken-System hat eine lange Tradition in den USA. Es war 1933 durch den "Glass Steagal Act" eingeführt worden - als Maßnahme gegen die Bankenkrise während der Großen Depression. 1999 wurde das Gesetz unter Präsident Bill Clinton wieder aufgehoben. Dadurch sollte die Bankenbranche liberalisiert werden.

Tatsächlich drangen die Bank-Riesen wie Citigroup, JPMorgan und Bank of America in neue Geschäftsfelder vor und schluckten andere Geldinstitute. Kritiker sehen in der Abschaffung des Trennbanken-Systems einen der Hauptgründe für die Finanzkrise vor zehn Jahren. Andere Experten weisen jedoch darauf hin, dass Lehman Brothers eine reine Investmentbank war. Die Pleite von Lehman löste die Finanzkrise 2008/2009 aus.

Dodd-Frank-Regeln auf dem Prüfstand

Werden die harten Bankregeln wieder aufgeweicht?

Die Trump-Regierung will das gesamte Dodd-Frank-Gesetz auf den Prüfstand stellen, um Banken eine einfachere Kreditvergabe zu ermöglichen. Trump hatte das 2.000 Seiten umfassende Regelwerk als "Desaster" bezeichnet. Besonders umstritten ist die Volcker-Rule, die den Eigenhandel der Banken einschränkt. Der frühere Chef der US-Notenbank wollte mit dem Eigenhandelsverbot die Banken zügeln und Spekulationen eindämmen. Die Volcker-Rule war auch Vorbild für das deutsche Trennbanken-Gesetz.

Weltweit stößt das Zurückdrehen der Bankenregulierung in den USA auf Kritik. Der IWF zeigte sich auf dem jüngsten G20-Treffen der Finanzminister besorgt über die jüngsten Deregulierungsvorhaben der Trump-Regierung. Und auch EZB-Präsident Mario Draghi schimpfte in seinem italienisch gefärbten Englisch, dass das "Letzte, was wir im Augenblick brauchen", eine Lockerung der Regulierung sei.

nb

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