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Ölbranche

Ölbohrturm in der Dämmerung

Zahlen von Statoil und BP

Zu viel Öl für Ölkonzerne

Stand: 28.07.2015, 09:24 Uhr

Die Welt hängt am Öl-Tropf und die Ölkonzerne leben blendend davon. Der Preisverfall verdüstert allerdings die Aussichten der Branche. Bei Statoil hätte es aber schlimmer kommen können und BP leidet noch immer unter der Katastrophe am Golf von Mexiko.

Der britische Ölkonzern BP ist wegen milliardenschwerer Entschädigungszahlungen für Schäden bei der Explosion der Ölplattform "Deepwater Horizon" im zweiten Quartal tief in die Verlustzone gerutscht. Unter dem Strich steht ein Minus von 5,8 Milliarden Dollar. Im Vorjahr hatte BP einen Gewinn von 3,4 Milliarden verbucht.

Anfang Juli hatte sich der Konzern mit Behörden auf die Zahlung von maximal 18,7 Milliarden Dollar als Entschädigung für Schäden bei der Explosion der Ölplattform geeinigt. Die Zahlung soll auf 18 Jahre gestreckt werden.

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BP: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Auch operativ lief es für den Konzern wegen des niedrigen Ölpreises nicht wirklich rund. Der bereinigte Gewinn zu Wiederbeschaffungskosten sank im Jahresvergleich von 3,6 auf 1,3 Milliarden Dollar und damit stärker als von Analysten erwartet. Neben dem starken Preisrückgang machte BP auch die starke Abwertung des Rubel zu schaffen. Dies führte zu einem Gewinneinbruch beim Rosneft-Anteil. BP hält fast ein Fünftel am größten russischen Ölproduzenten.

Konzernchef Bob Dudley wappnet den Konzern für eine längere Periode niedriger Preise. Er kappt deshalb die Investitionen und verkauft Unternehmensteile in Milliardenhöhe. An der Dividende will er nicht sparen. Für das zweite Quartal sollen 10 US-Cent je Aktie gezahlt  werden.

Fortschritt bei Statoil

Statoil: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der norwegische Öl- und Gaskonzern Statoil hat sich nach drei verlustreichen Quartalen nacheinander immerhin wieder in die schwarzen Zahlen gekämpft. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen im zweiten Quartal 10,1 Milliarden Kronen (1,1 Milliarden Euro).  

Damit übertraf Statoil zwar die Erwartungen von Analysten. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal waren es jedoch gut 15 Prozent weniger. Der Umsatz ging um rund 13 Prozent auf 124,4 Milliarden Kronen zurück.

Ölpreis dürfte niedrig bleiben

Bislang sieht es nicht danach aus, als würde der Ölpreis bald wieder signifikant steigen, denn die weltweiten Ölüberschüsse wachsen kräftig weiter. Sie hätten inzwischen das höchste Niveau seit 1998 erreicht, berichten Experten des Handelsunternehmens PVM Oil Associates. Das Angebot übersteige die Nachfrage derzeit um zwei Millionen Barrel pro Tag.

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum 3 Monate
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Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum 3 Monate
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Nicht zuletzt aufgrund erwartbar steigender Exporte aus dem Iran sehen Analysten noch weiteres Abwärtspotential bei den Ölpreisen. Hinzu kommt noch die Situation in China. Sollte sich die Konjunktur dort merklich abschwächen, würde das auch zu einer geringeren Nachfrage führen.

ts

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