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Banken

Isabell Schnabel

Sorgen um die Banken

Wirtschaftsweise: Dominoeffekt ist möglich

Stand: 15.02.2016, 10:27 Uhr

Die Wirtschaftsweise Isabel Schnabel, die als Wirtschaftsprofessorin auch die Bundersregierung berät, sorgt sich um die Banken. Die jüngsten Börsenturbulenzen könnten schlimme Konsequenzen haben.

Lehman brothers pleite. | Quelle: picture-alliance/dpa

Die jüngste Talfahrt der Bankaktien hat bei so manchem Beobachter für ein äußerst flaues Gefühl im Magen gesorgt. Erinnerungen an die durch die Lehman-Pleite in den USA maßgeblich ausgelöste Finanzkrise kamen wieder auf mit all ihren unberechenbaren Implikationen.

Das gilt auch für Isabel Schnabel - und die ist nicht irgendwer. Als Wirtschaftsweise gehört die Wissenschaftlerin dem fünfköpfigen Sachverständigenrat an, der die Bundesregierung in Wirtschaftsfragen berät.

Dominoeffekt befürchtet

Schnabel erklärte jetzt in einem Interview der "Welt am Sonntag" zum Thema Bankenturbulenzen an der Börse: "Die Ereignisse sind sehr beunruhigend". Besonders bedrohlich sei der Anstieg der Zinsen auf sogenannte nachrangige Anleihen. Das sind Anleihen, bei denen die Inhaber im Fall einer Liquidation erst nach anderen Gläubigern bedient werden.

"Hieraus können sich selbstverstärkende Preisspiralen entwickeln, die die Solvenz der Banken bedrohen", erklärte die Professorin. Zu Deutsch, sie hält einen Dominoeffekt für möglich, der ja bekanntlich nicht einfach mal so gestoppt werden kann. Denn wenn Kunden und Geschäftspartner das Vertrauen in ihre Bank verlieren und ihr Geld zurück haben wollen, steht ein Kreditinstitut ganz schnell im Regen.

Deutsche-Bank-Chef John Cryan sah sich genau aus diesem Grund zuletzt genötigt, der Öffentlichkeit und den Kunden zu versichern, dass die Bank zahlungsfähig sei. Mit einem Rückkaufprogramm eigener Anleihen hat er dies dann auch demonstriert und damit am Freitag für große Erleichterung an der Börse gesorgt.

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Börsenreaktionen keine Übertreibung

Frau Schnabel bewertet die Kursverluste der Bankaktien auch nicht als reine Übertreibung. Sie verweist auf die schwache Weltkonjunktur, Kreditrisiken aus dem Ölgeschäft sowie die Niedrigzinsen "Jetzt zeigen sich die Nebenwirkungen der Geldpolitik", so die Wirtschaftsweise.

Aprops Börse: Zu Wochenbeginn steigen die im Dax enthaltenen Bankpapiere der Deutschen Bank und der Commerzbank weiter an, wenn auch nach der Kursrally vom Freitag nur unterdurchschnittlich. Auch der Branchenindex EuroStoxx Banken setzt seinen Erholungskurs fort und liegt im frühen Geschäft über drei Prozent im Plus.

rm

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