Indischer Junge nimmt ein Bad vor einem kommunalen Wassertank

Weltwassertag 2017 Wasser - ein kostbares Gut auch für Anleger

von Notker Blechner

Stand: 22.03.2017, 10:48 Uhr

Alljährlich zum Weltwassertag am 22. März weisen Experten und Umweltschützer darauf hin, wie kostbar und knapp das kühle Nass ist. Für Anleger bietet das "blaue Gold" Chancen auf sprudelnde Renditen.

Seit Jahren rufen die Uno und Hilfsorganisationen zu mehr Investitionen in die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung auf. Getan hat sich relativ wenig. Noch immer haben fast 900 Millionen Menschen - zwölf Prozent der Weltbevölkerung - keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Laut Weltwasserrat sterben täglich 4.500 Kinder an den Folgen dreckigen Wassers.

Noch schlimmer ist die Lage bei der Abwasserentsorgung. Gut 2,4 Milliarden Menschen - also gut ein Drittel der Weltbevölkerung - verfügen nicht über angemessene und saubere sanitäre Anlagen.

Wasserknappheit in vielen Regionen der Welt

1,2 Milliarden Menschen leben in Gebieten mit teilweise extremer Wasserknappheit. Länder wie Singapur oder Jordanien müssen einen Großteil ihres Wasserbedarfs importieren. Andere Länder wie Israel oder die Vereinigten Arabischen Emirate setzen vor allem auf teure Entsalzungsanlagen, um genügend Wasser zu haben.

Kind mit einem Säugling auf dem Arm steht in einem ausgetrockneten Flussbett in Bangladesh

Weltwassertag. | Bildquelle: picture alliance / ZUMAPRESS.com

In den nächsten Jahren könnte der flüssige Rohstoff noch knapper werden. Bis 2050 wird die Weltbevölkerung auf über neun Milliarden Menschen steigen. Angesichts der schrumpfenden Reserven warnt die Unesco, dass dann bis zu sieben Milliarden Menschen von Wasserknappheit und -mangel betroffen sein könnten. Schon 2025 könnte die halbe Welt unter Wassermangel leiden, prognostiziert der Weltverband der Metereologen seit einiger Zeit.

Milliarden-Investitionen nötig

Um diesem immer größeren werdenden Bedarf gerecht zu werden, sind Milliarden-Investitionen in die Wasserwirtschaft nötig. Nach Schätzungen von Wasserexperten müssten jährlich 80 Milliarden Dollar in den Erhalt und die Verbesserung der Wasserversorgung gesteckt werden. Schon jetzt pumpen China und Indien Milliarden in den Ausbau der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung.

Aber auch in den Industrieländern herrscht hoher Investitionsbedarf. Die Wasser-Infrastruktur ist überaltert und muss dringend modernisiert werden. Allein in den USA versickern deswegen rund 20 Prozent des Trinkwassers. Bis zu einer Billion US-Dollar müssten dort laut Experten investiert werden.

Der steigende Wasserbedarf und die damit verbundenen Milliarden-Investitionen dürften den Markt für Wasseraufbereitung und Abwasserreinigung beflügeln. Die Anlageexperten von Goldman Sachs rechnen mit einem Wachstum der Branche von momentan 500 Milliarden Dollar auf rund zwei Billionen Dollar bis zum Jahr 2020.

Wie Anleger an der wachsenden Wasser-Nachfrage partizipieren können

Anleger können von der Nachfrage nach dem knappen Gut profitieren, indem sie in Aktien einzelner Wassertechnik-Unternehmen investieren. So ist der Kurs des amerikanischen Pumpen- und Filterherstellers Xylem seit einem Jahr um gut 30 Prozent gestiegen. Dagegen war das Investment in den Weltmarktführer Veolia ein Schlag ins Wasser. Der Kurs des französischen Wasserversorgers büßte auf Ein-Jahres-Sicht gut 20 Prozent ein.

Weniger riskant sind breit gestreute Wasserfonds. Die rund 15 Fonds entwickelten sich zuletzt recht gut. So erwirtschaftete der KBC Eco Fund Water eine Jahresrendite von rund 22 Prozent. Der mit vier Milliarden Euro weltgrößte Wasserfonds Pictet Water P schaffte eine Performance von rund 18 Prozent. Zum Vergleich: Der MSCI World stieg um fast 23 Prozent.

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Investieren in das "Blaue Gold" Fonds, ETFs oder Aktien

Pictet Water P EUR: Kursverlauf am Börsenplatz Fonds für den Zeitraum 1 Jahr

Pictet Water P EUR

Es gibt momentan rund 15 Wasserfonds auf dem Markt. Der größte und älteste von ihnen ist der Pictet Water, der seit 17 Jahren existiert. Er verwaltet gut vier Milliarden Euro. Auf Fünf-Jahres-Sicht warf der Schweizer Fonds eine Rendite von knapp 75 Prozent ab. In den letzten zwölf Monaten lag die Performance bei rund 18 Prozent. Pictet setzt auf die großen Wasserversorger wie Suez und Veolia sowie American Water, aber auch auf Ausrüster wie Xylem oder Pentair.

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