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Automobile

Volkswagen-Händler in Las Vegas, Nevada, USA

Deutsche Hersteller fallen zurück

VW schwächelt in den USA

Stand: 06.01.2016, 08:12 Uhr

Der Abgas-Skandal hat sich auch im vergangenen Monat negativ für den Volkswagen-Konzern in den USA ausgewirkt. Dort brummt der Gesamtmarkt, allerdings ohne die deutschen Konzerne.

Einzig Daimler verkaufte im Schlussmonat des Jahres 2015 mehr seiner Fahrzeuge in dem Wachstumsmarkt. Der Absatz der Karossen mit dem Stern konnte um 1,7 Prozent gesteigert werden.

3er nicht mehr in Mode?

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Beim Münchener BMW-Konzern sah die Bilanz des Dezembers schon ernüchternder aus: Um ganze 17,7 Prozent rutschen die Verkaufszahlen ab, mehr als die Hälfte betrug der Rückgang allein beim meistverkauften Modell, dem 3er.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Und Volkswagen musste im Dezember erneut einen Rückgang hinnehmen, der zumindest zum Teil auf Kosten des Abgas-Skandals gehen dürfte. Um neun Prozent auf knapp 31.000 Fahrzeuge gingen die Verkäufe hier gegenüber dem Vorjahr zurück. Immerhin hat sich der Schrumpfungsprozess verlangsamt, denn im November hatte das Minus noch bei einem Viertel gelegen.

SUVs und Pick-ups heftig gefragt

Dabei ist der US-Automarkt auf Rekordfahrt. Im Gesamtjahr 2015 wurden 17,47 Millionen Fahrzeuge verkauft, damit ist der bisherige Bestwert aus dem Jahr 2000 geknackt worden. Auch für 2016 rechnen die Hersteller mit weiterem Wachstum.

Gewinner der Entwicklung in den USA sind allerdings vor allem die einheimischen Hersteller. Dank der günstigen Spritpreise sind die Pick-ups und SUVs mit höheren Verbrächen mehr gefragt denn je. Marktführer General Motors (GM) verbuchte im Dezember ein Plus von sechs Prozent, bei der Nummer zwei in den USA, Ford stiegen die Verkäufe sogar um acht Prozent, bei FiatChrysler gar um 13 Prozent.

Toyota wieder obenauf

Toyota: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Auch der japanische VW-Rivale Toyota konnte im US-Markt erneut auftrumpfen. Das Unternehmen verkaufte elf Prozent mehr Fahrzeuge und könnte damit auch seine Weltmarktführerschaft behauptet haben.

US-Regierung: "VW behindert Ermittlungen"

Im Dreikampf um den Titel des größten Auto-Konzerns hat VW durch die Abgas-Affäre ohnehin schlechtere Karten. Der Gegenwind in den USA bei dem Thema hält unvermindert an. In der Klageschrift, die dem Unternehmen gestern zugestellt worden ist, heißt es unverhohlen: "Die Bemühungen der Vereinigten Staaten, die Wahrheit über die Emissionsüberschreitungen und andere Ungereimtheiten zu erfahren (...), wurden behindert und gehemmt durch das Vorenthalten von Material und irreführende Informationen, die VW zur Verfügung gestellt hat", so die Formulierung der US-Regierung, die das Justizministerium am Montagabend in Washington vorgelegt hatte.

AB

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