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Automobile

Auto auf der Überholspur

VW leidet weiter unter Dieselskandal

US-Automarkt boomt - die Deutschen lahmen

Stand: 02.03.2016, 08:49 Uhr

Die Amerikaner kaufen wie wild Autos. Der billige Sprit und die niedrigen Zinsen verführen zu Neuanschaffungen. Nur der vom Abgasskandal gebeutelte VW-Konzern sowie BMW können davon nicht profitieren.

Die Wolfsburger fallen immer weiter zurück. Im Februar gingen die Verkäufe um gut 13 Prozent zurück. Es ist nicht nur die Affäre um manipulierte Emissionstests, die VW seit Monaten bremst. VW kämpft schon seit Jahren mit schleppendem Absatz auf dem US-Markt. Ein Verkaufsstopp für Diesel-Modelle im Zuge des jüngsten Skandals verschlimmerte die Situation. Volkswagen of America spricht mit Blick auf den aktuellen Einbruch über saisonale Effekte.

Die Kleinen können nicht zünden

Die ebenfalls von dem Skandal betroffenen VW-Konzerntöchter Audi und Porsche konnten sich dagegen behaupten. Sie steigerten ihren Absatz im vorigen Monat um 2,3 und 11,2 Prozent. Dafür mussten andere deutsche Premium-Anbieter Abstriche machen. Daimler wurde 0,5 Prozent weniger Wagen bei der US-Kundschaft los. Besonders schwach die Kleinen: Die Marke Smart zog mit einem Minus von 7,9 Prozent die Statistik nach unten. Die Amerikaner zieht es - gerade in Zeiten billiger Spritpreise - zu großen Schlitten. Vor allem Geländewagen und Pickup-Trucks sind gefragt. Da konnte sogar VW punkten: Der SUV Tiguan wurde über 3.000 Mal verkauft, ein Plus von 78 Prozent.

BMW blieb im Februar zwölf Prozent hinter dem Vorjahreswert zurück - auch hier lief es vor allem beim Mini schlecht.

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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61,99
Differenz absolut
-0,07
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-0,11%
Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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115,60
Differenz absolut
1,05
Differenz relativ
+0,92%
BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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73,57
Differenz absolut
-0,11
Differenz relativ
-0,15%

Keine Abkühlung in Sicht

Dabei boomt der US-Automarkt. Die Branche verkaufte im Februar acht Prozent mehr Fahrzeuge. Es war der beste Februar-Wert seit 15 Jahren. Dabei halfen Feiertagsrabatte, etwa zum "President's Day", und ein Kalendereffekt: Es gab einen Verkaufstag mehr als im Vorjahr. Dazu kommen der billige Sprit und die niedrigen Finanzierungszinsen, die ohnehinschon seit Monaten für Verkaufslaune bei den Amerikanern sorgen. Zudem floriert der Arbeitsmarkt, und die Löhne steigen.

Die günstigen Rahmenbedingungen bescherten der Branche 2015 mit knapp 17,5 Millionen verkauften Neuwagen einen Rekord. Im Januar ging der Boom weiter. Doch nun waren viele Analysten davon ausgegangen, dass der Höhepunkt allmählich erreicht sei. Eine Abkühlung zeichnet sich aber bislang nicht ab.

»Die Verbraucher sind zwar weiter insgesamt vorsichtig, aber immerhin zuversichtlich genug, sich ein Auto leisten zu können.«

Sam Bullard, Analyst bei der Bank Wells Fargo

Fiat Chrysler: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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5,60
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0,10
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+1,84%
General Motors: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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28,50
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0,36
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+1,29%
Ford: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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10,77
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0,08
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+0,70%

GM fällt zurück

Ford und Fiat Chrysler konnten von dem Boom profitieren. Fiat Chrysler setzte seine Erfolgssträhne mit einem zwölfprozentigen Verkaufsplus fort. Damit hat der Konzern nun 71 Monate in Folge mit steigendem Absatz geschafft. Das US-Schwergewicht Ford schaffte im Februar sogar 20 Prozent Absatzplus.

Honda: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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25,78
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-0,32
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-1,23%
Toyota: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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51,94
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-0,21
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-0,40%

Dagegen schwächelt der große Rivale GM, der einen Rückgang von 1,5 Prozent verbuchte. Hintergrund seien deutlich geringere Auslieferungen an Autovermietungsfirmen. Immerhin schaffte der Marktführer rund zehnmal so viele Wagen wie VW. Ansonsten gab es überwiegend kräftige Zuwächse. Die großen japanischen Hersteller Toyota, Nissan und Honda verbuchten Zuwächse um 5, 11 und 13 Prozent.

bs

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