Grafische Darstellung einer Hochhausfassade

IW-Studie Ungleichgewichte am deutschen Immobilienmarkt

Stand: 22.08.2017, 16:22 Uhr

Droht in Deutschland eine Immobilienblase? Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) sieht in einer aktuellen Studie keine Blasenbildung, verweist aber auf drei Risiken am Immobilienmarkt.

Aufgrund mangelnder Neubauten sowie einer starken Nachfrage nach Wohnraum in Ballungsräumen halten die Wirtschaftsforscher des IW eine Blasenbildung am Immobilienmarkt und einen plötzlichen Preisverfall für unwahrscheinlich. Gegen eine Überhitzung spreche auch die Zahl der Immobilienkredite, diese steigen weniger stark als erwartet. Dennoch gebe es regionale Unterschiede hinsichtlich weiterer Preisanstiege.

Zu viele Mikroapartments in Frankfurt, zu wenig in München

In den Großstädten fehlen oft Bauplätze, was vermehrt zu sogenannten Mikroapartments führt. Diese, häufig Ein-Zimmer Apartments in gehobener Preisklasse, seien in Frankfurt zu viel gebaut worden. Der Bedarf wurde zwischen 2011 und 2015 zu 144 Prozent übererfüllt. Zudem ist für viele Studenten die Miete in diesen Einrichtungen zu teuer geworden und die Zahl der Studenten dürfte bis 2030 um bis zu zehn Prozent sinken. "Was dann mit den Wohnungen passieren soll, ist fraglich", warnt der IW- Fachmann Michael Voigtländer. Solche kleinen Apartments sind in Deutschland sehr ungleich verteilt. Während in Frankfurt am Bedarf vorbei gebaut wurde, seien in Düsseldorf nur zehn Prozent des Bedarfs gedeckt und auch in München sei die Nachfrage höher als das Angebot.

Zu viele Einfamilienhäuser auf dem Land

Auch auf dem Land gebe es Risiken. "Die meisten ländlichen Gebiete sind überversorgt, die Haus- und Grundstückspreise werden hier perspektivisch wieder fallen", sagte Voigtländer. Laut der Studie sind mehr als doppelt so viele Einfamilienhäuser gebaut worden wie benötigt. Nur in Gemeinden in unmittelbarer Nähe zu Großstädten sei noch Bedarf für Einfamilienhäuser zu erkennen.

Zu hohe Erwartungen der Investoren an steigende Mieten

In Großstädten sorgt zudem die Verschärfung der Mietpreisbremse für Unsicherheit bei Investoren und könnte nach der Bundestagswahl noch verschärft werden, denn fast alle Parteien wollen an ihr festhalten. Das könnte Kalkulationen, die auf steigende Mieten beruhen, verwerfen und Investoren verschrecken, so die Forscher.

kp

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