Banken

WEF-Studie Kannibalen in den Bankentürmen?

Stand: 23.08.2017, 10:28 Uhr

Die Forscher des Weltwirtschaftsforums (WEF) warnen vor einer zu engen Zusammenarbeit zwischen Banken und Technologieunternehmen. Warum?

Über 150 Experten aus Vorständen und Regulierungsbehörden wurden in der Studie zur Zukunft der Branche befragt. Das Ergebnis: Es bestehe die Gefahr, dass die Tech-Riesen auch die Finanzbranche überrollen könnten. Eine zu enge Zusammenarbeit könne die Existenz der Banken gefährden.

Mit Angeboten wie Facebook Payments und Apple Pay bieten die Technologiekonzerne klassische Bankdienstleistungen an und preschen so immer weiter in die Finanzbranche vor. Zwar werden hierfür noch klassische Banken benötigt, doch je stärker die Nutzer steigen, desto stärker werden auch die offenen Vertriebsplattformen der sozialen Netzwerke wie Facebook, warnen die Forscher. Außerdem sorgen sinkende Profite bei den Banken für rückläufige Investitionen in neue Technologien, sie verlassen sich teils völlig auf die Infrastruktur der neuen Tech-Riesen.

Machen sich Banken langfristig überflüssig?

Diese entstehende Abhängigkeit berge jedoch auch Gefahren der Konkurrenz: Unternehmen wie Facebook, Apple und Google erhalten durch die Kooperation mit den Banken wichtiges Know-how, um eines Tages selbst in den Bankensektor einsteigen zu können. So dringt Amazon beispielsweise bereits seit Jahren in immer neue Geschäftsfelder vor. Durch künstliche Intelligenz und Kundenanalyse übernehmen die Technologieunternehmen bereits heute einen Teil der Kernfunktionen der Banken.

Die Verbraucher profitieren in der Regel von zunehmenden Konkurrenzsituationen. Durch die neuen Technologien lassen sich Finanzen einfacher verwalten und Plattformen leichter vergleichen. Konditionen könnten attraktiver werden. Die Bankenbranche muss sich laut der Studie an die neue Situation anpassen und eigene Vertriebsplattformen aufbauen. Alternativ sollte die Entwicklung und Vermarktung derart umgewandelt werden, dass sich auch auf den Technologieplattformen Käufer finden.

Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit Deloitte erstellt und am 22. August veröffentlicht.

kp

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