T-Mobile-Shop in Los Angeles, USA

Fusionsfantasie in den USA T-Mobile bleibt paarungswillig

Stand: 19.05.2017, 10:07 Uhr

Die Aktionäre der Deutschen Telekom setzen offenbar weiterhin auf eine Branchenkonsolidierung in den USA. Die dortige Tochter des Bonner Konzerns, T-Mobile, will dabei jedenfalls eine Schlüsselrolle spielen.

T-Mobile-Finanzchef Braxton Carter sieht jedenfalls große Vorteile in einer möglichen Fusion mit dem Konkurrenten Sprint. Dadurch würden erhebliche Synergieeffekte entstehen, sagte er auf einer Konferenz. Diese könnten sich Schätzungen zufolge mit der Zeit auf insgesamt mehr als 30 Milliarden Dollar belaufen. "Es ist nicht die Frage, ob es zu Gesprächen kommen wird. Natürlich wird es dazu kommen - wie bereits sehr, sehr umfangreich in der Presse berichtet wird", ergänzte er.

Zuletzt hatte die Finanznachrichtenagentur Bloomberg gemeldet, dass der japanische Sprint-Mutterkonzern Softbank informelle Kontakte zur Telekom-Führung in Bonn aufgenommen habe. Carter schloss nicht aus, dass T-Mobile US und Sprint sich mit den Kabelanbietern Comcast und Charter Communications zusammentun könnten. "Aus Aktionärssicht könnte dies sehr, sehr spannend sein", sagte er.

Politik und Kartellwächter

In der US-Telekombranche waren Übernahmegespräche in den vergangenen zwölf Monaten wegen einer Frequenzauktion untersagt. Seit April gilt das Verbot nicht mehr. Das führt schon seit Monaten zu Spekulationen über eine Neuordnung der Telekombranche in den USA. Allerdings werden die Fusionsgerüchte immer wieder von Unsicherheitsfaktoren ausgebremst. Dazu gehören Politiker ebenso wie die Kartellwächter. An deren Widerstand war im Sommer 2014 Sprints Vorstoß gescheitert, die Mehrheit an T-Mobile US zu kaufen.

Der Deal wäre sehr groß: Sprint ist an der Börse rund 32 Milliarden Dollar wert, T-Mobile US sogar 55 Milliarden Dollar. Die Telekom hält an ihrem Ableger zwei Drittel der Aktien. Sprint liegt mit 60 Millionen Kunden derzeit abgeschlagen auf dem vierten Platz, T-Mobile US nimmt den dritten Platz ein mit 71,5 Millionen Handynutzern. Verizon kommt auf 114 Millionen Kunden und Marktführer AT&T auf 135 Millionen.

Aktien steigen

An der Wall Street legten die Papiere von T-Mobile US am Donnerstag um fast drei Prozent zu. Die Sprint-Papiere schossen har um 7,5 Prozent in die Höhe. Die Aktien der Deutschen Telekom steigen am Morgen um knapp ein halbes Prozent und damit etwas stärker als der Gesamtmarkt. Erst vor wenigen Tagen hatten sie bei 17,67 Euro den höchsten Stand seit dem Jahr 2002 erreicht.

lg

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