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Tablet- und Smartphone-Markt

Endspiel im Internet

Der Konkurrenzkampf um das mobile Internet steht vor einem heißen Herbst. Mit Produktinnovationen buhlen die Hersteller von Tablet-PCs und Smartphones um die schnell wachsende Kundschaft – und kämpfen damit auch um ihr Überleben.

Das Internet macht mobil - per Smartphone und Tablet-PC

Selten hat die Branche unter Produktvorstellungen in derart kurzer Folge gebebt. Seit zwei Wochen hat der als Suchmaschine gestartete Tausendsassa Google einen "Tablet-PC" im Angebot. Am gestrigen Donnerstag stellte der einstige Internet-Buchhändler Amazon sein neues Tablet "Kindle Fire" in Deutschland vor. Tags zuvor präsentierte der ehemalige Handy-Weltmarktführer Nokia sein neuestes "Smartphone", das "Lumia 920". Für den kommenden Mittwoch hat der ehemalige Computerhersteller Apple sein "iPhone 5" angekündigt. Und Ende Oktober wirft sich der Software-Konzern Microsoft mit seinem "Surface" einem Konkurrenten für Apples "iPad", ins Getümmel.

Kein Zweifel, im Wachstumsmarkt der Smartphones und Tablets, gewissermaßen den mobilen Empfangsgeräten des Internet, sind viele der High-Tech-Firmen schicksalhaft miteinander im Wettbewerb verbunden. Auf die Welle des mobilen Internets müssen die Konzerne aufspringen – oder sie schlägt über ihnen zusammen.

Letztes Aufgebot bei Nokia

Nokia: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Für zwei der einstigen Fixsterne am High-Tech-Himmel geht es buchstäblich ums Ganze. Der finnische Handy-Hersteller Nokia hat den Wandel vom Handy zum Smartphone fast verschlafen. Das Unternehmen hat allein im zweiten Quartal 2012 eineinhalb Milliarden Euro Verlust gemacht. Die Aktie drohte in den vergangenen Monaten zum Pennystock abzusteigen. Eine Kooperation mit dem Software-Giganten Microsoft, dessen mobiles Betriebssystem "Windows 8" die neuen Lumia-Smartphones der Finnen antreibt, soll es nun richten. Die Marktanteile von Nokia sind jedoch schwindelerregend gefallen.

Microsoft will's wissen

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Auch Microsoft befindet sich im Kampf, wenn nicht ums Überleben, so doch um seine eigenen Zukunftschancen. Mit der stärkeren Nutzung der mobilen Geräte schwindet die Nachfrage nach den klassischen Desktop- und Laptop-PCs, von denen mehr als 90 Prozent mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows laufen. Schafft es das Unternehmen nicht, den dominierenden Plattformen "Android" von Google und dem "iOS" von Apple Paroli zu bieten, hat Microsoft wohl keine Wachstumsfantasie mehr zu bieten. Der zuverlässige Strom an Milliardengewinnen könnte irgendwann versiegen. Der Aktie, die derzeit auf demselben Stand wie vor zehn Jahren notiert, ist dies seit langem anzusehen.

Google wächst mit Android

Google: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Auf der Sonnenseite im Verteilungskampf um die Milliardentöpfe des "neuen" Internets stehen Google und Apple, mit ganz unterschiedlichen Interessenlagen. Der Internet-Suchmaschinen-Betreiber will vor allem seine "Android-Plattform" zum dominanten Zugangstor für mobile Anwendungen und Dienste machen. Lizenz-Gebühren für kleine kostenpflichtige Programme, die "Apps", Werbeeinnahmen, die über die Internetsuche generiert werden, stehen hier im Mittelpunkt.

Apple und die vielen Emporkömmlinge

Den umfassendsten Ansatz hat der Apple-Konzern im mobilen Internet, nicht umsonst hat der Erfolg der iPhones und iPads Apple nach Börsenwert zum wertvollsten Unternehmen der Welt gemacht. Dank des Kultstatus seiner Geräte kann Apple die höchsten Margen beim Hardware-Verkauf einheimsen. Allein im gerade abgelaufenen dritten Geschäftsquartal hat das Unternehmen 8,8 Milliarden Dollar verdient und dabei 26 Millionen iPhones und 17 Millionen iPads verkauft. Mit der Musik-Plattform "iTunes", einem eigenen App-Store und Film- und Video-Inhalten hat es sich Apple in seiner eigenen abgeschotteten Welt gemütlich gemacht.

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr
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Wären da nicht vermeintliche Nachahmer wie der koreanische Elektronik-Konzern Samsung. Dieser baut technisch zumindest ebenbürtige Geräte, die mit den Konkurrenz-Plattformen Android und Windows laufen. Ob die Schadenersatzklagen von Apple gegen die Koreaner nach einem ersten Sieg vor Gericht die Koreaner lange aufhalten können, ist ungewiss.

Amazon, die smarte Bedrohung

Amazon: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Apple droht aber noch aus einer anderen Ecke Gefahr. Der US-Konkurrent Amazon ist vor allem an der kostenpflichtigen Verbreitung von Inhalten wie Büchern, Filmen oder TV-Serien interessiert. Seine technisch hochgerüsteten neuen Tablet-PCs, die "Kindles", wirft das Unternehmen daher zu Dumpingpreisen auf den Markt. Der Erfolg dürfte Apple durchaus beunruhigen. Nach neuesten Schätzungen kommen die Amazon-Geräte in den USA neun Monate nach dem Start des ersten Kindle bereits auf einen Marktanteil von 22 Prozent; der von Apple schmolz von 74 auf 50 Prozent. Die Welt des mobilen Internets ist kein geeigneter Ort, um sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen.

Stand: 07.09.2012, 16:29 Uhr