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Immobilienaktien – das große Fressen

Schluckt Deutsche Wohnen den Rivalen Gagfah?

Die Deutsche Wohnen ist bekannt für ihren enormen Hunger auf Wohnungen. Nun will sich die Immobilienfirma angeblich einen ganzen Konzern einverleiben: den Rivalen Gagfah. Was ist dran an dem Gerücht? An der Börse könnte das Übernahmefieber erwachen.

Gagfah-Immobilie in Dresden (Quelle: pa/dpa)

Gagfahs Immobilien in Dresden: Erst hieß es, der Rivale Deutsche Wohnen sei daran interessiert. Hat es der Konzern nun auf Gagfah selbst abgesehen?

Sie waren die Börsenstars des vergangenen Jahres: Immobilienaktien. Im MDax gehörte Gagfah zu den Top-Gewinnern, der Kurs konnte sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppeln. Deutsche Wohnen legte 40 Prozent zu. Der Immobilienboom in Deutschland ist gut fürs Geschäft. Die Aktien waren auch als Inflationsschutz und relativ sicherer Hafen gefragt.

Experten erwarten 2013 weiteren Schub für die Immobilienverwalter: "'M&A' lautet die Zauberformel, eine Zunahme der Fusionen und Übernahmen in der Branche", schreibt das "Manager Magazin". Ein Deal nehme bereits Gestalt an: Deutsche Wohnen stehe offenbar kurz vor einem Angebot für Gagfah.

Gagfah passt gut zu Deutsche Wohnen

An der Börse entlädt sich die Spekulation kurzzeitig in Kursgewinnen. Die Aktie von Gagfah legt bis zu vier Prozent zu bis auf 9,68 Euro. Allerdings schmilzt das Kursplus schon kurze Zeit später wieder zusammen.

Ein Börsianer kann sich Kaufinteresse durchaus vorstellen, da Gagfah deutlich unter ihrem Nettoinventarwert (NAV) gehandelt werde. Auch Analyst Ulf van Lengerich von der Solventis Wertpapierhandelsbank bezeichnete eine mögliche Übernahme als durchaus plausibel: "Gagfah würde angesichts seines breiten Portfolios gut zu Deutsche Wohnen passen." Das letztgenannte Unternehmen habe zudem bereits viel Kapital eingesammelt und könne auch noch weiteres Geld aufnehmen. Es spreche einiges dafür, dass der Gagfah-Mehrheitseigner Fortress sich von seinem Engagement trennen und Deutsche Wohnen Gagfah übernehmen wolle. Nun müssten sich die Parteien nur noch über den Preis einigen.

Dividendenanhebung wahrscheinlich

Die Anteilsscheine der Deutsche Wohnen reagieren heute so gut wie gar nicht. Die Aktie legt zeitweise ein halbes Prozent zu. Dabei gab es hier sogar einen eigentlich kursförderlichen Bericht in der "Welt am Sonntag". Im Interview sagte Konzernchef Michael Zahn, er hebe möglicherweise die Dividende an.

Zudem fachte er die generelle Fusionsfantasie mit an. "Der deutsche Wohnungsmarkt hat genügend Potenzial für größere Strukturen", sagte der Vorstandschef der. Weil die börsennotierten Wohnungsgesellschaften in Deutschland oft die gleichen Investoren haben, wären für die Deutsche Wohnen auch Fusionen denkbar. Obwohl es dazu schon Gespräche gab, sei das derzeit aber kein Thema. "Aber ich schließe nicht aus, dass die Ideen - wenn die Rahmenbedingungen passen - wieder aufgegriffen werden", sagte Zahn. Die börsennotierte Gesellschaft, die mehr als 80.000 Wohnungen besitzt, erwägt weitere Zukäufe, "wenn sich die richtige Gelegenheit ergibt", sagte Zahn. "Doch strategische Preise wird die Deutsche Wohnen AG nicht zahlen. Ich mache keine Wetten auf die Zukunft."

IVG von LBBW geadelt

Die IVG rückt heute ebenfalls ins Blickfeld, weil die Landesbank Baden-Württemberg eine Kaufempfehlung für die Aktie abgab. Analyst Martin Peter erwartet für das vierte Quartal schwarze Zahlen. Für das Dinosaurier-Objekt am Frankfurter Flughafen, das Bürogebäude "The Squaire", dürfte das Einbringen in einen geschlossenen Immobilienfonds und dessen Platzierung das derzeit wahrscheinlichste Exit-Szenario sein. Er setzte die Aktie mit einem Kursziel von 3,20 Euro auf seine Beobachtungsliste.

Stand: 28.01.2013, 11:49 Uhr

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