Überfluteter Hof eines Autohändlers in Dickinson, Texas nach Tropensturm

Höhere Nachfrage erwartet Schiebt Harvey den Autoabsatz an?

Stand: 30.08.2017, 10:40 Uhr

Während die Menschen im Großraum Houston unter den Fluten des Tropensturms Harvey leiden, hoffen Autohändler bereits auf eine demnächst steigende Nachfrage nach Neufahrzeugen.

Zwar könnte der Absatz im August um zwei Prozent niedriger liegen als bisher erwartet, erklärte die Analystin Jessica Caldwell vom Autohandelsportal Edmunds.com. Danach könne es aber eine höhere Nachfrage geben, wenn vom Hochwasser geschädigte Autobesitzer ihre Fahrzeuge ersetzen.

Christopher Hopson von der Beratungsfirma IHS Markit erklärte, wenn Besitzer Schäden schnell meldeten und Versicherungen die Anträge zügig bearbeiteten, könnten die Verkaufszahlen schon Ende September oder im Oktober steigen.

Pickups gefragt

Wie viele Autos durch das Hochwasser in Texas beschädigt wurden, ist noch unklar. Die drei großen Anbieter General Motors, Ford und Fiat Chrysler hatten noch Anfang des Monats einen großen Bestand an Pickup-Wagen. Die Flut könnte ihnen dabei helfen, diese Fahrzeuge zu höheren Preisen loszuwerden - auch weil in Houston Geländewagen gefragter sind als in anderen Städten. Im Großraum Houston leben rund sieben Millionen Menschen.

Auch im Nachbarstaat Louisiana werden in den kommenden Tagen heftige Auswirkungen befürchtet. In New Orleans sind Schulen und Behörden bereits seit Dienstag geschlossen. Bürgermeister Mitch Landrieu empfahl den Bewohnern, ihr Haus nicht zu verlassen. Gouverneur John Bel Edwards sagte, Louisiana stehe das Schlimmste aller Wahrscheinlichkeit nach noch bevor.

Benzin so teuer wie vor zwei Jahren

Derweil lässt "Harvey" die Benzinpreise an den Terminmärkten weiter steigen, während die Notierungen für Rohöl leicht sinken. So sind die Kurse der US-Terminkontrakte auf Benzin und Diesel um 3,3 und 1,9 Prozent gestiegen. Benzin ist nunmehr so teuer wie zuletzt im Juli 2015, Diesel wie Anfang Januar. Experten vermuten, dass schon rund 20 Prozent der US-Raffinerie-Kapazitäten durch "Harvey" ausgefallen sind.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
56,38
Differenz relativ
+2,42%
Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
50,50
Differenz relativ
+2,08%

Derweil verbilligte sich am Morgen Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich um ein halbes Prozent auf 51,50 Dollar je Barrel (159 Liter). US-Leichtöl WTI kostete mit 46,18 Dollar 0,3 Prozent weniger. Fachleute erklären dies damit, dass die Nachfrage nach Rohöl wegen der wetterbedingten Schließung von Raffinerien sinke.

Nach Angaben von Meteorologen ist "Harvey" der zweitstärkste Wirbelsturm, seit "Katrina" vor zwölf Jahren die Gegend um New Orleans schwer in Mitleidenschaft zog. Der Sturm sog über dem am Ende des Sommers sehr warmen Golf von Mexiko extrem viel Feuchtigkeit auf, die er nun als Regen wieder abgibt.

lg/rtr

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