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Kampf um arktisches Öl

BP verhilft Rosneft zum Sprung an die Spitze

Putin ist am Ziel: Rosneft wird zum größten börsennotierten Ölkonzern der Welt: Der russische Staatskonzern kauft den Konkurrenten TNK-BP. Für BP und ein vierköpfiges Oligarchenkonsortium ein Milliardendeal.

Der russische Ölriese Rosneft hat den drittgrößten russischen Öl-Produzenten TNK-BP komplett übernommen. TNK gehörte zur Hälfte vier russischen Oligarchen, die sich zu einem Konsortium namens ARR zusammengeschlossen hatten. Die andere Hälfte befand sich im Besitz von BP.

BP erhält dafür nach eigenen Angaben rund 17 Milliarden Dollar in bar und knapp 13 Prozent der Rosneft-Aktien. Von den Bareinnahmen kauft sich BP weitere Anteile am russischen Staatskonzern für 4,8 Milliarden Dollar. Am Ende werden die Briten dann 19,75 Prozent an Rosneft halten und damit nach dem Staat der zweitgrößte Anteilseigner werden.

Exxon abgehängt

Das Oligarchenkonsortium AAR erhalte 28 Milliarden US-Dollar, sagte Rosneft-Boss Igor Setschin. Er bezifferte das Gesamtvolumen auf 61 Milliarden Dollar (46,76 Milliarden Euro). Damit fördert Rosneft mehr Öl und Gas als der derzeitige Weltmarktführer Exxon Mobil.

Bekannt wurde TNK-BP in Deutschland, weil Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder bis 2011 dem Aufsichtsrat angehörte. Der britische Ölkonzern hatte seinen Anteil bereits im Juni zum Verkauf gestellt.

Ab in die Arktis

Rosneft GDR: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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BP
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BP gewinnt mit Rosneft einen neuen Partner in Russland. Schon mehrmals hatten die Konzerne eine "strategische Partnerschaft" angekündigt, unter anderem für lukrative Projekte in der russischen Arktis. Experten vermuten in der Arktis ein Fünftel der weltweit noch unentdeckten Ölvorkommen.

BP hatte 2003 für den 50prozentigen Anteil an TNK 8 Milliarden Dollar bezahlt. Nach BP-Angaben hat der Ölkonzern seitdem aus diesem Geschäft insgesamt 19 Milliarden Dollar an Dividenden kassiert. TNK-BP verfügte über 27 Prozent der Öl- und Gasreserven des Konzerns.

BP-Aktie ist gefragt

Das Vorgehen Rosnefts ist Teil der Pläne von Präsident Wladimir Putin, die staatliche Kontrolle über Industriebereiche wiederzuerlangen, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion teilweise extrem günstig an Privatinvestoren verkauft wurden.

"Dieses große Geschäft ist nicht nur für den russischen Energiesektor wichtig, sondern auch für die Wirtschaft des Landes", sagte Putin. Rosneft-Boss Igor Setschin ist ein enger Vertrauter des russischen Präsidenten. Russland ist hinter Saudi-Arabien der zweitgrößte Öllieferant der Welt.

Für die Investoren ist der Deal eine gute Nachricht: Die BP-Aktie klettert als Reaktion auf die Nachricht um mehr als ein Prozent. "Es ist eine Erleichterung für BP, dass dieser Deal nun durch ist", kommentierte ein Analyst.

tagesschau24 Nachmittagsbericht vom 19.06.2013

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