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Pharma

James Chanos

Clinton-Wahlsieg ein Problem?

Investmentguru sagt Nein zu Pharma-Aktien

Stand: 05.01.2016, 16:23 Uhr

Pharma-Aktien gelten als heißer Anlagetipp. Doch Pharmasektor ist nicht gleich Pharmasektor: Investmentguru James Chanos rät, den der USA lieber zu "meiden". Das könnte besonders für einen Wahlsieg von Hillary Clinton gelten.

Die Tage von schnell steigenden Preisen im Gesundheitssektor könnten gezählt sein: Die derzeitigen Preise auf dem US-Markt seien bereits hoch genug - so schätzt Investmentguru Chanos die Lage gegenüber dem Magazin "Business Insider" ein.

Diese Entwicklung hat auch Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton erkannt. Sie hat sich in ihrem Wahlkampf auf die Fahne geschrieben, die Preisexplosion bei Arzneimitteln einzudämmen. Zudem will sie die Entwicklung von Nachahmer-Medikamenten vorantreiben und die Zusatzzahlungen für verschreibungspflichtige Behandlungen deckeln.

"Obamacare" spaltet die Gemüter

Seit 2010 gibt es ein Gesetz, das die US-Bürger zum Abschluss einer Krankenversicherung verpflichtet. Da die Regelung von Präsident Barack Obama vorangetrieben wurde, wird sie auch "Obamacare" genannt.

Die Verordnung ist höchst umstritten. Die einen loben sie - wurden die hohen Versicherungsbeiträge durch staatliche Subventionen doch nun erst für viele US-Bürger erschwinglich. Andere sind davon überzeugt, dass die Kosten gestiegen sind und die Leistung der Versicherer schlechter wird.

So auch James Chanos: Die Verordnung habe dazu geführt, dass die Gesundheitskonzerne entweder dazu übergehen, Leistungen zu kürzen oder dazu, ihre Zusatzbeiträge zu erhöhen. Die Leute könnten mittlerweile die negativen Seiten von "Obamacare" sehen.

Dementsprechend empfiehlt er, den US-Pharmamarkt zu "meiden". Das hatte er allerdings bereits 2010, als das Gesetz erlassen wurde, gesagt. Und auf fallende Kurse im Pharmasektor gewettet - was allerdings nicht eintrat. Er musste zugeben, dass er mit seinem Short falsch lag.

Hillarys Kampf gegen Wucher

Vielleicht könnte Chanos aber doch noch Recht behalten - eben wenn Clinton den Wahlkampf in den USA gewinnt. Sie hat bereits den ein oder anderen Kurs zum Purzeln gebracht.

Die US-Firma Turing Pharmacauticals hatte im September den Preis für ein Medikament zur Behandlung von Infektionskrankheiten erhöht - von 13,50 auf 750 Dollar. Clinton verurteilte danach die Preistreiberei für Spezialmedikamente über Twitter:

Nach dieser Äußerung am 21. September waren die Kurse von Biotech-Unternehmen eingebrochen. Gerade die hohen Preise für die Spezial-Medikamente dieser Firmen sorgen vielfach für Entrüstung in den USA. Auch dem Pharmariesen Valeant werden starke Vorwürfe gemacht, die Preisspirale immer weiter nach oben zu treiben.

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