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Holz, wohin man schaut

Einige Anbieter von Direktinvestments

Sharewood – sorgt gern selbst für gute "Presse"

Sharewood – eine schlaue Vermarktung. Wer hat da nicht gleich den Held des Sherwood Forest im Sinn, der die Reichen beraubt, um den Armen zu geben? Aber so altruistisch ist das Schweizer Unternehmen nicht, das laut eigenem Bekunden in brasilianische Teak-Plantagen investiert. Es gibt sich zwar einen verantwortungsvollen Anstrich, kehrt "Nachhaltigkeit" und "Integrität" nach außen. Sharewood fällt auch nicht gleich auf der ersten Seite mit exorbitanten Gewinnchancen auf. Das geschieht subtiler, wenn es heißt: "über 6-facher Gewinnrückfluss möglich" - was auch immer das heißen mag. Man fragt sich aber doch, wie hoch die Kosten sind, um die Bäume aus dem brasilianischen Mato Grosso abzutransportieren, dem "Herzen Brasiliens", wie Sharewood säuselt. Immerhin liegt dieses Herz mehr als 1.000 Kilometer vom Atlantik entfernt. Der selbst ernannte Robin Hood des brasilianischen Regenwaldes ist vor allem im Vermarkten stark. Ein geschickter Werbeschachzug: durch "ausverkauft"-Schildchen bei einzelnen Parzellen wird große Anlegernachfrage suggeriert. Und wie ist das hier mit dem Risiko? Geworben wird mit dem Slogan "Maximale Sicherheit garantiert". Was ist, wenn eine Parzelle vom Sturm zerstört oder von Schädlingen befallen wird? Droht dann der Totalverlust? Über dieses Risiko ist auf Anhieb nichts zu finden, auch nichts über die Kosten. Unseriös ist auch der Hinweis auf "ShareWood in der Presse". Hier ist ein Bericht zu finden: "Das Grüne Gold – Wo Geld auf Bäumen wächst – Artikel Weltwoche". Nanu, die Schweizer Wochenzeitung hat denen ein journalistisch unabhängiges Porträt gewidmet? Wenn man genau schaut, steht da das Wörtchen "Advertorial" - "Ad" heißt so viel wie Werbung. Es lohnt sich, genau hinzuschauen – erst recht, wenn so viel Geld in Werbung gesteckt wird. Denn wer zahlt das am Ende? Der Investor, genau! Übrigens: zwei Namen der inzwischen insolvent gegangenen Firma Prime Forestry tauchen auch bei Sharewood auf: Peter Möckli und Robert Bühler.

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