Seitenueberschrift
M&A-Geschäft
Deutsche Bank behauptet sich
Ungeachtet der Dauerkritik in Deutschland hat die Deutsche Bank ihren Platz als eine der weltweit führenden Investmentbanken nicht nur behauptet, sondern verbessert. Nur auf dem Heimatmarkt erleidet sie eine Niederlage.
Im umkämpften US-Markt haben sich die deutschen Investmentbanker um vier Plätze vorgearbeitet
Ausgerechnet in Deutschland hat die Deutsche Bank ihren Rang als Nummer eins im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen eingebüßt. Nach den vorläufigen Berechnungen des Informationskonzerns Thomson Reuters hat im vergangenen Jahr ausgerechnet die durch den erzwungenen Abgang ihrer Deutschland-Chefs gebeutelte Bank Morgan Stanley die Spitzenposition im Geschäft mit Fusionen & Übernahmen, der Königsdisziplin im Investment Banking, ergattert - nach Platz zehn im Vorjahr.
Morgan Stanley hatte bei 21 Übernahmen im Volumen von 33,4 Milliarden Dollar die Finger im Spiel, darunter waren die drei größten Transaktionen: die 8,9 Milliarden Dollar schwere Übernahme des Sportwagenherstellers Porsche durch Volkswagen, der 4,3 Milliarden Dollar teure Kauf von Lincare durch den Münchner Gasekonzern Linde und die fast ebenso teure Übernahme von Ariba durch den Softwareriesen SAP.
Jahr des Umbruchs
Dabei war 2012 für Morgan Stanley in Deutschland ein Jahr des Umbruchs. Der einflussreiche Deutschland-Chef Dirk Notheis war im Sommer über seine umstrittene Rolle bei der Verstaatlichung des Karlsruher Energiekonzerns EnBW gestolpert.
Die Deutsche Bank fiel nach dem Volumen der Übernahmen auf Platz zwei zurück, knapp vor Goldman Sachs. Der deutsche Branchenprimus war bei 21 Transaktionen dabei, mit einem Volumen von 31,3 Milliarden Euro.
Platz zwei in Europa
Stark im Kommen war erneut die Investmentbank Rothschild, die bei Fusionen nur berät, aber keine Finanzierungen anbietet und damit bei vielen Firmen als unabhängiger Ratgeber punktet. Das verhalf ihr in Deutschland zum vierten Platz, nachdem sie 2011 noch auf dem sechsten Platz gelandet war. Insgesamt zählte Thomson Reuters in diesem Jahr 1.955 Zusammenschlüsse unter Beteiligung deutscher Unternehmen im Volumen von 112 Milliarden Dollar. Das ist eine Steigerung um 38 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Auf europäischer Ebene kann die Deutsche Bank ihren Platz als Nummer zwei im M&A-Geschäft allerdings knapp behaupten, mit einem Volumen von 260, 6 Milliarden Dollar und 136 Fusionen. Damit hinken die Deutschen weiter dem unangefochtenen Spitzenreiter Goldman Sachs her.
Goldman bleibt Nummer eins
Auch weltweit verteidigte die US-Investmentbank 2012 ihren Rang als Nummer eins bei der Fusionsberatung. Sie spielte bei 393 Übernahmen im Volumen von mehr als 600 Milliarden Dollar den Geburtshelfer. Platz zwei behauptete Morgan Stanley, während sich die Londoner Bank Barclays vom siebten auf den dritten Platz vorarbeitete und damit in die Phalanx der US-Investmentbanken einbrach.
Die Briten mischten bei den zwei größten Transaktionen in diesem Jahr mit: der Aufspaltung des US-Pharmakonzerns Abbott Laboratories, die mit mehr als 55 Milliarden Dollar in die Statistik einging, und der fast 46 Milliarden Dollar schweren Fusion der Rohstoffkonzerne Xstrata und Glencore. Insgesamt gaben Unternehmen fast 2,4 Billionen Dollar für Übernahmen aus, davon fand fast die Hälfte in den USA statt.
Weltweit auf Platz sieben verbessert
Auch die Deutsche Bank konnte ihre Position in der viel beachteten Rangliste verbessern. Sie stieg vom achten auf den siebten Platz. In den USA rückte sie vom elften auf den siebten Platz vor. Unter den zwei Schweizer Großbanken hat Credit Suisse im Weltmaßstab als Sechster (2011: Fünfter) die Nase vor der UBS, die sich auf Rang neun von zehn vorarbeitete.
Stand: 21.12.2012, 09:19 Uhr