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Automobile

Nächtlicher Verkehrsstrom

Niedriger Ölpreis und schwacher Euro

Deutsche Auto-Aktien brausen davon

Längst vorbei die Zeiten, als die Schuldenkrise deutschen Autobauern schwer zu schaffen machte. Mittlerweile kurbeln der schwache Euro und der niedrige Ölpreis die Geschäfte weltweit an. Und die Auto-Aktien haben an der Börse Vorfahrt.

Wie aus der jüngsten Studie des Analysehauses Sentix hervorgeht, schätzen Investoren die Autobranche derzeit als sehr attraktiv ein. Die Sentiment-Experten befragen monatlich private und institutionelle Anleger zu ihren Erwartungen in den nächsten sechs Monaten hinsichtlich verschiedener Branchen. Der Wert für Europas Autobauer stieg in Februar um 0,5 auf 1,35. So gut hatten die Befragten die Branche noch nie seit Bestehen des Indikators 2002 bewertet.

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Für keine andere Branche seien die Anleger im Moment derart "bullish", hieß es bei Sentix. Unter anderem begeisterte die Investoren an den Auto-Titeln deren Performance, etwa bei Daimler. Die Aktie des Stuttgarter Autobauers notiert bei 84,05 Euro. Vor kurzem hatte sie ihr Verlaufshoch von Oktober 2007 bei 77,76 Euro übertroffen.

Auto-Aktien stellen neue Rekorde auf

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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113.00
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Die Stuttgarter fuhren 2014 einen Gewinn von 7,29 Milliarden Euro ein. Für das neue Jahr erwartet man einen steigenden Umsatz und Gewinn. "Daimler ist im Aufbruch", erklärte Vorstandschef Dieter Zetsche bei der Vorlage der Zahlen Anfang Februar, für den sich der Erfolg bezahlt macht. Er kassiert für 2014 knapp 8,4 Millionen Euro.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Ähnlich erfolgreich entwickelt sich die Stammaktie von BMW: Sie hat heute mit 110,80 Euro ein neues Rekordhoch markiert, ist mittlerweile aber wieder leicht zurückgefallen. Der Autobauer hatte zuletzt wegen eines Führungswechsels von sich reden macht. Künftig soll Harald Krüger bei den Münchnern den Ton angeben. Ein neues Mehrjahreshoch hat schließlich auch die VW-Vorzugsaktie erreicht, mit 226,10 Euro. Angesichts solcher positiven Chartsignale glaubt Sentix Europas Automobiltitel auch weiterhin "auf der Überholspur".

Schwacher Euro und Ölpreis beflügeln

"Erstaunlich ist, dass noch im Oktober Trübsal angesagt war", kommentierte Sentix-Analyst Patrick Hussy. "Vier Monate später möchte kaum jemand etwas davon wissen." Doch dank der steigenden Konjunkturerwartungen würden sich Zykliker jetzt im Aufwind befinden. Der schwache Euro beflügelte zudem das Exportgeschäft, wovon die Autobauer stark profitieren.

Dazu kommt der schwache Ölpreis, weswegen Kunden sich nun in der Tendenz eher ein Auto zulegen. Schließlich geht aus den Zahlen, die der Branchenverband Acea Anfang der Woche veröffentlicht hatte hervor, dass selbst in früheren Krisenländern wie Spanien und Italien im Januar wieder mehr Neuwagen gekauft worden sind.

um

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