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Automobile

Neuwagen auf einem Verladeplatz nahe Michendorf in Brandenburg

Nachlassende Autoabsätze

Automobilverband VDA senkt China-Prognose

Stand: 31.08.2015, 08:41 Uhr

Die frische Prognose des VDA für den China-Absatz sieht deutlich bescheidener aus.

"Für das gesamte Jahr rechnen wir nun mit einem Plus von maximal vier Prozent auf 19,1 Millionen Pkw", sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann dem Nachrichtenmagazin "Focus". Zu Jahresbeginn hatte der VDA für 2015 noch ein Plus von sechs Prozent erwartet. Bis Ende Juli hatte der weltgrößte Automarkt um 5,3 Prozent auf knapp 10,7 Millionen Neuwagen zugelegt. "China bleibt auf Kurs, schaltet jedoch einen Gang zurück", lautet Wissmanns beschwichtigender Kommentar.

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Aber die aktuelle Krise könnte sogar tiefere Spuren hinterlassen. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer rechnet angesichts des schwächeren Wachstums und der Börsenturbulenzen für 2016 sogar mit einem Rückgang des Autoabsatzes in China. Und es sei nicht auszuschließen, dass der chinesische Automarkt bereits in diesem Jahr schrumpfen werde. Sollte das Minus in den kommenden Monaten überschaubar bleiben, könne noch ein minimales Plus herauskommen, meinte Dudenhöffer.

Schwergewicht China  

Continental: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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China ist inzwischen ein äußerst wichtiger Markt für die deutschen Hersteller. Nach einer Untersuchung der Unternehmensberatung EY hat Volkswagen im zweiten Quartal dieses Jahres 36 Prozent seiner Autos in China verkauft, bei BMW waren es 20, bei Daimler 16 Prozent. Deutsche Autobauer haben zuletzt also stark auf den chinesischen Markt gesetzt. Denn die Fahrzeugdichte in der Volksrepublik ist vergleichsweise gering, der Anteil des Premiumsegments relativ klein.

Das könnte sich nun als Problem darstellen, denn die Konjunkturschwäche wirkt sich aus. Bei Audi, dem vor Ort führenden Konzern im Oberklasse-Segment, brach der China-Absatz im Juli um 12,5 Prozent ein. Bei der Mutterfirma Volkswagen schrumpften die konzernweiten Verkaufszahlen auf dem größten Einzelmarkt China in den ersten sieben Monaten um 5,3 Prozent auf 1,99 Millionen Fahrzeuge.

Positive Aussichten für Deutschland

Ein Mann steht vor einer Kurstafel mit fallenden Kursen  an der Börse in Haikou City,China

China-Crash: Wenn die Kurse wieder steigen, wird ein neues Auto gekauft. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Für den deutschen Markt hingegen legt zu: Hier erhöhte der VDA die Wachstumsprognose von bisher zwei auf rund vier Prozent. Das entspreche einem Volumen von gut 3,1 Millionen Neuzulassungen. "Auch das Automobilgeschäft in Westeuropa entwickelt sich im laufenden Jahr besser als erwartet", sagte Wissmann dem "Focus". Auch die USA überträfen die Erwartungen. "Der Markt für Pkw und Light Trucks wird 2015 um rund drei Prozent auf knapp 16,9 Millionen Neuwagen zulegen - das wäre der höchste Absatz seit zehn Jahren."

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Die neuen Absatzmärkte der deutschen Industrie

Von Indien bis Südafrika

Bengalischer Tiger in Madhya Pradesh, Indien

Indien

In diesem als auch im kommenden Jahr dürfte Indien deutlich schneller wachsen als die Volksrepublik. Der IWF sagt ein Plus von 7,5 Prozent voraus. Vom Aufschwung in dem nach China bevölkerungsreichsten Land der Welt profitiert Deutschland bereits: Die Ausfuhren dorthin zogen im ersten Halbjahr 2015 um fast ein Fünftel auf knapp fünf Milliarden Euro an.

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