Seitenueberschrift

Immobilien 2016

Ausblick auf den Immobilienmarkt 2016

Ausblick

Betongold bleibt gefragt

von Robert Minde

Stand: 13.01.2016, 17:05 Uhr

Das abgelaufene Jahr war ein gutes für die Immobilienbranche, und auch 2016 stehen die Zeichen weiter günstig. Aber die Trauben hängen zunehmend höher, weshalb die Anleger wohl vorsichtiger werden müssen.

Während knackige Immobilienblasen in den USA, Spanien oder Anfang der 90er Jahre in Japan vielen Anlegern noch in den Ohren klingeln, wird dieser Begriff auf dem deutschen Markt trotz eines fulminanten Jahres 2015 bisher eher nicht bemüht.

EZB Eröffnung

EZB-Chef Draghi - Vater des Immobilienbooms. | Bildquelle: hr

Trotzdem hat sich 2015 auch hierzulande viel getan. Vor allem in Ballungsräumen wurde das Wohnen immer teurer und die Preise leg(t)en kräftig zu. Kurstreiber und Vater des Immobilienbooms hierzulande ist und bleibt EZB-Chef Mario Draghi mit seiner Nullzins-Politik. Kredite sind so billig wie nie und bonitätsmäßig vergleichbare, einwandfreie Alternativen am Anleihemarkt werden auch wegen des üppigen QE-Programms der EZB immer seltener. Folge des Ganzen: Es herrscht weiter massiver Anlagenotstand.

So wechselten im vergangenen Jahr Gewerbeimmobilien für 55 Milliarden Euro den Besitzer, wie das Maklerhaus JLL berechnet. Das sei der höchste Wert seit der Finanzkrise gewesen. "Im kommenden Jahr werden noch deutlich höhere Beträge in den deutschen Immobilienmarkt strömen", sagte jüngst Thomas Beyerle, Chefanalyst der Beratungsgesellschaft Catella gegenüber der "Welt" voraus.

Denn an den beiden Megatrends, den anhaltend niedrigen Zinsen bei gleichzeitig einem immer geringerem Angebot an alternativen Staats- und Unternehmensanleihen, wird sich auch 2016 aller Voraussicht nach nichts ändern. Eine Alternative hierzu, neben Aktien, bleibt das Betongold. Es dürfte aber 2016 nicht mehr ganz so unumstritten sein wie 2015, denn die Schnäppchen-Zeiten scheinen vorbei.

Schwierigere Selektion

Das dürfte auch für die indirekte Anlage in Immobilien via Aktienmarkt gelten, wie Immobilien-Experte Stefan Scharff von SRC Reserach betont. Vor allem die großen Werte wie Branchenführer und Neu-Dax-Mitglied Vonovia sind bereits gut gelaufen. Die Selektion dürfte daher nicht so einfach werden wie 2015, in dem der Sektor eine gute Kursentwicklung erreicht hat. Das zeigen auch die zahlreichen Fusionen, Kapitalerhöhungen und die zunehmende Immobilienlastigkeit der deutschen Aktienindizes.

Unterm Strich war die Sektorentwicklung besser als die des schwankungsintensiveren Leitindex Dax, wie der Chart zeigt. Aktuell, nach dem Dax-Fehlstart ins neue Jahr, hat sich der Abstand sogar wieder zugunsten der Immobilienwerte ausgeweitet (gemessen am Daxsubsector Real Estate, der die 17 im Prime Standard der Deutschen Börse enthaltenen Immobilienaktien abbildet).

Dax30 versus DAXsubsector Real Estate-Index

Dax30 versus DAXsubsector Real Estate-Index. | Grafik: boerse.ARD.de

Die Renditen sinken

Egal ob indirekt am Aktienmarkt oder direkt, der Run auf die Immobilien treibt jedenfalls deren Preise und drückt die Renditen. Das dürfte sich 2016 bemerkbar machen, egal ob man als Aktionär oder Direktinvestor agiert. Bis zum 60-fachen der Jahresmiete wurde in Frankfurt beispielsweise von vermögenden Privatinvestoren für Premium-Geschäftshäuser zuletzt gezahlt, stellt Walter Zorn von der Beratungsgesellschaft Aengevelt fest. Die Rendite liegt damit bei nur noch 1,66 Prozent.

Und die Aktionäre? Die Zeiten üppiger Dividendenrenditen von vier bis sechs Prozent sind vorbei, realistisch sind eher rund drei Prozent, erklärt Stefan Scharff. Immer noch viel im Vergleich zu zehnjährigen Bundesanleihen, die aktuell nur rund 0,6 Prozent abwerfen. Aber die Risiken dürften 2016 steigen, die Anleger werden genauer hinschauen müssen. Welches Unternehmen hat noch Übernahmefantasie, wo ist die Bewertung noch nicht ausgeschöpft?

Mögliche Ideen abseits der größten Branchenvertreter finden Sie vielleicht in folgender Chartserie.

1/6

Die geheimen Immoschätze auf dem Kurszettel

Abseits der Großen

Conwert Immobilien Invest: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Conwert Immobilien Invest

Conwert Immobilen Invest SE ist im österreichischen Standardwerteindex ATX enthalten und mit einer Marktkapitalisierung von rund 1,1 Milliarden Euro eigentlich gar kein Geheimtip mehr. Der Kurs ist binnen Jahresfrist über 30 Prozent gestiegen. Das Unternehmen konzentriert sich auf Gebäudesanierungen von Altbauten, vorrangig in Wien. Auch alle Arten von Dienstleistungen werden angeboten. 2015 sollen die "Funds from Operations" (FFO) bei 48, 2016 bei 65 Millionen Euro liegen. Vor allem die zu erwartenden niedrigeren Fremdkapitalkosten sollen die Bilanz dabei spürbar entlasten. Conwert werden in Wien, an diversen deutschen Handelsplätzen sowie in Zürich und London gehandelt. Der Streubesitz liegt bei 32 Prozent, den Rest halten institutionelle Investoren.

Conwert Immobilien Invest: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Conwert Immobilien Invest

Buwog: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Buwog

S Immo AG: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

S Immo AG

Dt. Geotherm. Immob. AG: Kursverlauf am Börsenplatz Düsseldorf für den Zeitraum 1 Jahr

Dt. Geotherm. Immob. AG

Eyemaxx Real Estate: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Eyemaxx Real Estate

Adler Real Estate: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Adler Real Estate

Darstellung: