Dichter Stadtverkehr im Sonnenuntergang

Wehe, wenn Donald Trump davon hört... Amis kaufen weiter deutsche Autos

Stand: 04.04.2017, 08:46 Uhr

Im März sind in Amerika weniger Autos verkauft worden als erwartet. Zudem mussten teilweise hohe Preisnachlässe gewährt werden, sogar bei den beliebten SUVs. Trotzdem ging der Absatz bei vielen Herstellern zurück - außer bei den Deutschen.

Von den flammenden Appellen Donald Trumps an seine Landsleute, möglichst amerikanische Produkte zu kaufen und auf Waren aus dem Ausland zu verzichten, lassen sich viele seiner Landsleute nicht beeindrucken - zumindest was den Autokauf betrifft. Tatsächlich konnte sich die deutsche Autobranche im März erneut einer steigenden Nachfrage in den USA erfreuen.

Daimler brachte mit seiner Marke Mercedes-Benz USA 29.092 Pkw und damit 3,3 Prozent mehr Autos als im Vorjahreszeitraum an die US-Kundschaft. In den beiden Vormonaten war das Plus der Stuttgarter noch etwas stärker ausgefallen, im ersten Quartal steht insgesamt ein Zuwachs von 4,5 Prozent zu Buche. Rivale BMW schaffte nach längerer Durststrecke ein Plus von 3,5 Prozent auf 36.002 Fahrzeuge.

Rückläufiger Gesamtmarkt

Allerdings blieben die Absatzzahlen hinter den Werten vom Februar zurück. So kletterte der Absatz von Volkswagen im März nur noch leicht. Mit 27.635 Fahrzeugen setzte die Kernmarke des Autokonzerns 2,7 Prozent mehr ab als im Vorjahresmonat. In den Vormonaten hatte die Marke mit dem blauen VW-Logo jeweils deutlich prozentual zweistellige Absatzzuwächse erzielt, im ersten Quartal steht denn insgesamt auch ein Plus von zehn Prozent zu Buche.

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
60,52
Differenz relativ
+0,45%
Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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129,80
Differenz relativ
+0,74%
BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
80,14
Differenz relativ
+0,18%

Auch General Motors konnte 1,6 Prozent mehr Fahrzeuge an die Kunden bringen als ein Jahr zuvor. Dagegen mussten Toyota (minus 2,1 Prozent), Fiat Chrysler (minus fünf Prozent) und Honda (minus 0,7 Prozent) Rückgänge verzeichnen. Bei Ford fiel der Absatz um mehr als sieben Prozent auf 236.000 Fahrzeuge.

Droht eine Rabattschlacht?

"Der März war hart, hart, hart", sagte die Vizepräsidentin für den US-Markt bei Nissan, Judy Wheeler. "Das wird ein aggressives Jahr, und ich denke, das realisieren gerade alle." Nissan steigerte den Absatz zwar um 3,2 Prozent, der Preisnachlass pro Auto sei aber über 400 Dollar höher gewesen als ein Jahr zuvor, sagte Wheeler.

Selbst bei Kleinlastern und SUVs, die sich eigentlich von alleine verkauften, hätten die Händler beim Preis runter gehen müssen, sagte Karl Brauer von der auf Autos spezialisierten Beratungsfirma Kelley Blue Book. Sollten Händler noch weiter an der Preisschraube drehen müssen, könnte dies die Gewinne der Autokonzerne belasten, so der Experte. Einen Preiskrieg könne sich die Branche aber nicht leisten. Experten erwarten deshalb Produktionskürzungen.

Bereits im Februar waren mit 1,28 Millionen Wagen 1,2 Prozent weniger verkauft worden als im Vorjahreszeitraum. Billiger Sprit und niedrige Zinsen hatten die US-Kunden lange Zeit in die Autohäuser getrieben, doch mit den März-Zahlen verdichten sich die Anzeichen, dass dem Boom die Luft ausgeht.

Autaktien im Minus - außer Tesla

Ford erwartet, dass in diesem Jahr in den USA rund 17 Millionen Autos verkauft werden, GM rechnet mit 16,7 Millionen Fahrzeugen. Von Reuters befragte Analysten hatten 17,3 Millionen ermittelt. Am Aktienmarkt kam dies nicht gut an. Die Aktien von GM verloren vier Prozent an Wert, die von Ford knapp drei Prozent und Fiat Chrysler fünf Prozent.

Die Anteilscheine von Tesla hingegen waren im Nasdaq-Auswahlindex 100 Spitzenwert mit plus 5,57 Prozent, womit Tesla nun mehr wert ist als Ford. Während sich Teslas Börsenwert aktuell auf 47,9 Milliarden Dollar beläuft, beträgt der von Ford 45,2 Milliarden Dollar. GM ist knapp 51 Milliarden Dollar schwer und Fiat Chrysler knapp 16 Milliarden Dollar.

lg

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