Welcher Anlegertyp sind Sie?

Affektkontrolle für Aktienanleger Nur wer sich kennt, lernt den Erfolg kennen

Stand: 11.07.2017, 14:02 Uhr

Zwei Herzen schlagen in der Brust eines Anlegers. Neben einer rationalen Seite kommt bei Gefahren oder starken Kursgewinnen stets auch eine dunklere Seite zum Vorschein. Wir sollten wissen, welcher Anlegertyp wir sind, wenn wir erfolgreich agieren wollen. Wie das funktionieren könnte, lehrt uns eine Studie der AAII.

„Erkenne dich selbst“: So lautete ein Ratschlag der Sieben Weisen, die uns als eine der Inschriften des Apollotempels im griechischen Delphi überliefert wurde. Die American Association of Individual Investors (AAII) hat diesen Gedanken übersetzt in Anlegertipps. Investoren sollten sich selbst kennen und sich über die emotionalen Faktoren bewusst sein, die ihre Entscheidungen steuern oder zumindest beeinflussen.

Nur dann sei ist es möglich, angemessen und rational zu reagieren, wenn die Märkte volatil sind und Unsicherheit die Lage bestimmt, rät die American Association of Individual Investors  (AAII). Es ist deshalb wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, welcher Anlegertyp man ist. Das Ziel ist in der Lage zu sein, sich selbst zu „coachen“ und persönlichkeitstypische Fehler zu vermeiden.

Wie war das damals im Sandkasten, als…?

Mann mit angstverzerrtem Gesicht

Angst essen Seele auf. | Bildquelle: colourbox.de

Die Ursprünge unserer Persönlichkeit liegen in der Kindheit, unterstreicht die AAII-Studie. Frühe Erfahrungen von Schmerz und Verlust können beispielsweise dazu führen, dass wir die Welt als furchterregenden und unberechenbaren Ort empfinden, heißt es. Das könnte beispielsweise dazu führen, dass man als Anleger das Risiko  scheut und einen hohen Bedarf an Kontrolle und Sicherheit verspürt – mit allen positiven und negativen Konsequenzen, die diese Haltung nun einmal hat.

Vielleicht lässt man sich gute Chancen entgehen? Angst sei ein schlechter Ratgeber, weiß der Volksmund. Vor allem die elterliche Erziehung forme unsere Ansichten zum Thema Geld, weiß vermutlich nicht nur die AAII.

Vor allem aber sollten die Investoren bedenken, dass die emotionale Belastung je nach Höhe des Einsatzes eine ganz andere  ist. Wer bei geringen  Einsätzen noch rational und planvoll vorgehe, dessen dunkle Seite könnte dann hervorbrechen, wenn richtig viel Geld im Topf liege – die sogenannte duale Persönlichkeit des Anlegers.

Muße ist der schönste Besitz

Apollon-Tempel in Side, Türkei

Form und Ordnung auch im Depot: Apollon-Tempel in Side, Türkei. | Quelle: picture-alliance/dpa

Die AAII hat drei verschiedene Anlegertypen identifiziert: Den Beschützer, den Idealisten und den Macher. Wenn Sie herausgefunden haben, welcher Typ sie sind, können sie vielleicht die typischen Fehler vermeiden, die die Studie ihnen jeweils zugeordnet hat.       

Und wenn es dann dank Selbstprüfung und der verinnerlichten Tipps der AAII so richtig gut läuft am Aktienmarkt, könnte man als erfolgreicher Investor ja ganz gelassen über den Zweck des Geldhortens nachdenken. Auch dazu hatten die Sieben Weisen nämlich einen Spruch parat: „Nichts im Übermaß!“   

ts

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Von Machern, Idealisten und Beschützern Die drei Anlegertypen kurz vorgestellt

Anlegertyp Macher

Der Macher ist vor allem ergebnisorientiert

Er ist bereit hohe Risiken einzugehen, um eine entsprechende Rendite einzufahren. Der Macher (The Fixer) ist selbstbewusst und überzeugt von seiner Fähigkeit, das richtige Investment zu finden. Macher können mit ihren Beratern ungeduldig sein, wenn sie der Meinung sind, dass die bei der Auswahl der Anlagen nicht offensiv genug vorgehen.

Der Macher ist stets nah am Markt und beobachtet ihn intensiv. Es ist ihm unerträglich, beim Kauf einer Aktie Geld zu verlieren. Sie sind deshalb im Zweifel auch bereit, höhere Risiken einzugehen.

Gewinne und Verluste sind für Macher die emotional treibende Kraft: So weigern sich Macher oftmals, sich von einer fallenden Aktie zu trennen. Denn Verluste sind ihnen derart unerträglich, dass sie keine rationale Entscheidung mehr treffen können, eben sich von der fallenden Aktie zu trennen. Hier gilt es also achtsam zu  sein, diese Handlungstendenz zu kennen und entgegen zu wirken.

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