Seitenueberschrift

Börsenpsychologie

Ein Mann tritt über einen Abgrund

Typische Anlegerfehler

Was wir aus dem Minen-Aktien-Desaster lernen können

von Angela Göpfert

Stand: 08.12.2015, 13:52 Uhr

Wer die Signale des Marktes konsequent missachtet, wird dafür an der Börse hart bestraft. Wer jetzt noch in Minen-Werten drin ist, dem ist wohl nicht mehr zu helfen.

Der Rohstoff-Superzyklus ist passé! Solche Überschriften waren 2013 allerorten zu lesen. Wer nicht spätestens das zum Anlass genommen hatte, um aus den jahrelang arg gehypten, zu diesem Zeitpunkt aber schon massiv unter die Räder gekommenen Minen-Werten auszusteigen, wird dafür jetzt bitterlich bestraft.

Steigen "muss" gar nichts!

Auch Liebhaber "gefallener Engel" müssen ordentlich Lehrgeld zahlen. Nicht wenige waren nämlich nach den ersten dramatischen Kursrückgängen vermeintlich "billig" eingestiegen und hatten auf ein rasches Comeback spekuliert, nach dem Motto: Was tief gefallen ist, steigt auch wieder.

Was für ein Blödsinn! Steigen "muss" am Aktienmarkt gar nichts. Und tiefer geht immer! Der Markt ist nämlich klüger als wir. Wenn der Markt einer Aktie nur einen geringen Wert beimisst, dann hat das in der Regel auch gute Gründe.

Bitteres Lehrgeld

Bestes Beispiel: Anglo American. Die Aktie war in den Jahren 2011 bis 2013 von 3.468,50 Pence auf 1.195,50 Pence eingebrochen – ein Kursverlust von 65 Prozent. Eine Bodenbildung war im Chart noch nicht einmal ansatzweise erkennbar.

Anleger, die klüger sein wollten als der Markt und dennoch auf den Minen-Wert gesetzt haben, haben einen tränenreichen Weg hinter sich. Zwei Jahre später notiert die Aktie nur noch bei 332,35 Pence – ein Minus von 72 Prozent seit dem 2013er-Tief.

Achtung, fallendes Messer!

Mit der Markierung eine neuen Allzeittiefs sendet die Aktie nunmehr eines der besten technischen Verkaufssignale überhaupt. Historische Unterstützungen, auf deren Höhe die Kursverluste gestoppt werden könnten, sind naturgemäß nicht mehr auszumachen.

Der Griff ins fallende Messer endet an der Börse zwar unblutig, doch der Blick aufs Depot ist häufig mit Schmerzen verbunden. | Quelle: colourbox, Montage boerse.ARD.de

Fazit: Der Chart sendet in der Regel klare Signale, ob der Markt gerade an eine Aktie glaubt oder nicht. Und das ist es, worauf es ankommt! Gegen den Markt hat noch kein Anleger Gewinne gemacht. Wer jetzt in Minen-Werte investiert, greift in ein fallendes Messer.

Darstellung: