Seitenueberschrift

Empfehlungen schlagen Indizes

Kollektive Intelligenz auf dem Vormarsch

Das Wissen der Vielen kann sich der Anleger individuell zunutze machen. Zumindest deuten die Ergebnisse der Musterdepots von Intelligent Recommendations stark darauf hin. Der Empfehlungsanbieter will nun Anlageprodukte kreieren.

kollektive intelligenz community . | Quelle: colourbox

In schöner Regelmäßigkeit schlagen die Empfehlungen in den Musterdepots von "Intelligent Recommendations" (zu deutsch: Intelligente Empfehlungen) den "echten" Aktienmarkt. Stand Dezember 2012 etwa lagen die von Intelligent-Recommendations-Macher Corvin Schmoller aggregierten Empfehlungen der vielen Anleger auf seiner Plattform (seit 2009) um 22 Prozentpunkte über der der Aktienindizes, aus den die Aktienwerte ausgewählt wurden. Die kollektive Intelligenz schlägt also offenbar den Gesamtmarkt deutlich.

Das zeigte sich in den vergangen Monaten auch bei einzelnen Empfehlungen, die Schmoller nach verschiedenen Anlagehorizonten und Risikoneigungen differenziert.

Rotierende Anlagefavoriten

Derzeit sind die Anlagefavoriten des Musterdepots im Dax Aktien des Chemiekonzerns BASF und der Deutschen Bank. Im MDax setzen die Anleger inzwischen auf den Stahlhändler KlöCo, den Modekonzern Gerry Weber und den Autozulieferer Leoni. Bei deutschen Technologietiteln liegen Dialog Semiconductor, die Software AG und der Medizintechnik-Spezialist Carl Zeiss Meditec in der Gunst ganz oben.

Kein Wunder, dass Schmoller schon seit längerem daran denkt, die Erfolge seiner kollektiven Intelligenz in Form von Produkten zu vermarkten. Ein Fonds, der die Empfehlungen der User seiner Nutzer samt der Outperformance abbildet, ist in Planung: "Wir sind auf der Suche nach weiteren potenziellen Investoren", so Schmoller gegenüber boerse.ARD.de.

Umschichtung nach den Kollektiv-Vorgaben

Empfehlungen schlagen Indizes

Empfehlungen schlagen Indizes. | Bildquelle: Intelligent Recommendations

Bei einem Fondsprodukt will Intelligent Recommendations nach der "Umschichtungsmethode" vorgehen. Dabei werden wie in einem regulären Aktienfonds die jeweiligen Anlagefavoriten der Empfehlungsrankings aufgenommen und alte Favorten wieder aus dem Depot verbannt. Eine zweijährige Testphase, die Schmoller dabei durchlaufen hat, förderte auch hier eine Outperformance der Empfehlungslisten gegenüber den meisten Aktienindizes zutage (s. Grafik). Den Dax hängte das System im Testzeitraum um mehr als 20 Prozentpunkte ab, den weltweiten MSCI-World-Index gar um rund 40 Prozentpunkte.

Der Trend hat sich auch im Zeitraum bis 2012 fortgesetzt. Dax und MSCI World schlägt die kollektive Intelligenz um 20 bis 50 Prozentpunkte. Dass sich die virtuellen Ergebnisse auch in einem echten Investmentfonds abbilden und wiederholen lassen, muss Schmoller nun bald beweisen.

Darstellung: