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Snowboarderin am Strand zwischen Surfern (Collage)

Anlegerfehler

Fehler 4: Falsches Timing

von Detlev Landmesser

Stand: 29.10.2013, 08:32 Uhr

Wann die Zeit reif ist, ein Papier zu verkaufen, hängt von vielen Faktoren ab. Doch ein systematischer Anlegerfehler lässt sich klar erkennen: Viel zu oft werden Gewinner zu früh und Verlierer zu spät verkauft.

Kennen Sie das? Nicht nur fallende Kurse strapazieren die Anlegernerven. Auch wenn die Börse ausgesprochen gut läuft wie derzeit, neigt man zur Nervosität: "Was, wenn der Markt plötzlich dreht, und meine schönen Kursgewinne futsch sind?" Kommen noch ein paar Aspekte dazu, die für ein Ende der Rally sprechen, wird der Reiz, den Gewinn mitzunehmen, unwiderstehlich. Schließlich ist das Erfolgserlebnis erst komplett, wenn der Gewinn "im Sack" ist.

Gewinne laufen lassen!

Einfach in einem steigenden Markt zu verkaufen, ist also menschlich - aber ein Fehler. Und verschenktes Geld, denn leichter als in einer solchen Börsenphase lassen sich Gewinne nicht erzielen. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass ein etablierter Trend weiter geht, ist größer, als dass er endet (vgl. Fehler 2: Missachten von Trends). Ob die steigenden Kurse noch fundamental zu begründen sind, ist dabei zweitrangig. Recht hat am Ende immer nur einer - der Markt.

Der einfachste Rat: Nerven behalten und den Gewinn sichern - und zwar ohne zu verkaufen. Das kann sich als äußerst gewinnbringend erweisen. Das wichtigste Werkzeug dafür ist die Stop-Loss-Order (vgl. den Beitrag "Die Stop-Loss-Order - gewusst wie").

Verluste begrenzen!

Noch wichtiger als steigende Kurse voll auszureizen ist es aber, Verluste zu begrenzen. Denn viel zu oft ziehen Anleger zu spät die Reißleine, wenn sich ein Wert nicht wie erhofft entwickelt. Gerade deswegen schneiden Anlegerdepots oft schlechter als Indizes ab.

Dahinter steht zuweilen eine emotionale Bindung zu einzelnen Papieren, die sich mit deren tatsächlicher Performance nicht begründen lässt. Liegt eine Aktie im eigenen Depot, identifiziert man sich einfacher mit dem Geschäftsmodell des Unternehmens und dessen Management - bis hin zu blinder Gefolgschaft, wie sie häufig in Anlegerforen zu beobachten ist.

Aber auch ohne die fatale Neigung zu bestimmten Titeln fällt es einfach schwerer, mit Verlust zu verkaufen, als einen Gewinn einzustreichen. Das liegt an der wenig ausgeprägten Bereitschaft des Menschen, sich Fehlentscheidungen einzugestehen.

Auch hier verspricht eine Stop-Loss-Strategie Abhilfe: Definiert man gleich beim Kauf charttechnische Marken, an denen weitere Verluste drohen, wie Unterstützungslinien, und trennt sich konsequent von enttäuschenden Titeln, kann man sich eine Menge Kummer ersparen.

Lesen Sie hier über den Fehler 5 - zu viel Hin und Her.

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